Kommunalpolitik

Sportentwicklungsplan: Die Arbeit im Weseler Rathaus beginnt

Sportliche Aktivitäten werden in Wesel gern individuell unternommen, wie hier an der beleuchteten Joggingstrecke in der Aue.Archivfoto: Markus Weißenfels

Sportliche Aktivitäten werden in Wesel gern individuell unternommen, wie hier an der beleuchteten Joggingstrecke in der Aue.Archivfoto: Markus Weißenfels

We  Außerdem beschäftigte sich der Weseler Rat mit den Finanzen. Der Etatentwurf 2018 schließt mit einem Defizit von 4,5 Millionen Euro ab.

Der Rat hat den vom Stuttgarter Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung erarbeiteten Abschlussbericht zur Sportentwicklungsplanung beschlossen. Anderthalb Jahre ist daran gearbeitet worden. Einige Ergebnisse: Immer weniger Menschen in Wesel sind Mitglied in einem Sportverein, mit 25 Prozent liegt die Quote auch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Große Probleme bereitet die Ganztagsschule, da Schüler kaum noch Zeit haben, sich im Verein zu betätigen. Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ehrenämtern, wie etwa Vorstandsposten. Die meisten Menschen sind momentan sportlich ohne Anbindung an einen Verein unterwegs.

Sport im Park

Positiv würden Angebote wie Sport im Park, kostenlose Progamme mit Übungsleitern, gesehen. Kooperationen zwischen Sportvereinen bis hin zu Fusionen wären wünschenswert, sind aber problematisch. Vorgeschlagen wurde der Umbau des Lippestadions zu einer Sport- und Freizeitanlage, allerdings nur in einem Teilbereich. Eine neue Freizeitsportanlage am Fusternberg wäre erstrebenswert, die Stärkung der Aue in diesem Bereich ebenfalls. Fußballzentren mit Kunstrasenplätzen könnten am Molkereiweg, im Auestadion, in Büderich/Ginderich sowie im Weseler Norden entstehen.

Die Stadtverwaltung möchte nun einen realistischen Maßnahmenplan erarbeiten, kündigte Sportdezernent Rainer Benien an. „Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt“, sagte er.

4,5 Millionen Euro Defizit

Bevor die Ratsfraktionen nun ihre Haushaltsklausurtagungen absolvieren, hat Kämmerer Paul-Georg Fritz den Etat in den Rat eingebracht. Erfreuliche Nachricht: Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Hansestadt ist von rund 2200 Euro im Jahr 2013 auf 1800 Euro im Jahr 2017 gesunken. Dennoch schließt der Etatentwurf für das Haushaltsjahr 2018 mit einem Minus von 4,5 Millionen Euro ab. Denn den Erträgen von rund 179,3 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 183,8 Millionen Euro entgegen. Wie in den letzten Jahren auch, wird in die so genannte Ausgleichsrücklage gegriffen, so dass der städtische Etat formell als ausgeglichen gilt. Ende 2018 befinden sich dann noch knapp zwölf Millionen Euro in diesem Topf - eine endliche Angelegenheit also.

Investitionsschwerpunkte im nächsten Jahr sind Baumaßnahmen an der Gemeinschaftsgrundschule Fusternberg in Höhe von 1,5 Millionen Euro sowie an der Gesamtschule in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Hinzu kommen 2,7 Millionen Euro für Grundstückskäufe, wie der Kämmerer vorrechnete. Bei den Steuern verändert sich gegenüber dem Vorjahr nichts: Die Grundsteuer A liegt weiter bei 265 %, Grundsteuer B und Gewerbesteuer liegen bei 448 %.

>>>GEBÜHREN BEIM STANDESAMT STEIGEN

Anträge und Beurkundungen nach dem Personenstandsrecht werden deutlich teurer. Zwei Beispiele: Mussten für eine nachträgliche Beurkundung einer Eheschließung oder einer Geburt bislang 40 Euro gezahlt werden, sind es ab 2018 80. Termine für Trauungen außerhalb der Diensträume kosten künftig 50 statt zehn Euro, außerhalb der Öffnungszeiten 120 statt 66 Euro.

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