Lebensrettung

Spürnasen aus Wesel proben für den Katastrophenfall

Die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) stellte sich jetzt vor (von links): Dorothee Broß, Malte Parge, Manon Tenk, Heike Terhorst, Joachim Terhorst, Jörg Kramer und Evelyn Kramer.

Foto: Johann Ridder

Die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) stellte sich jetzt vor (von links): Dorothee Broß, Malte Parge, Manon Tenk, Heike Terhorst, Joachim Terhorst, Jörg Kramer und Evelyn Kramer. Foto: Johann Ridder

Wesel.   Jetzt ist die noch junge Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes einsatzbereit: Zwei Hunde haben die komplette Ausbildung absolviert.

Die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ist bereit für ihren ersten Einsatz. Labrador Max und Appenzeller-Mix Aaron legten mit ihren zweibeinigen Partnern am vergangenen Wochenende erfolgreich die Prüfung für Flächensuchhunde ab und sind damit für richtige Rettungseinsätze qualifiziert. Drei weitere Hund-Halter-Teams stehen in den Startlöchern und sind, wenn alles gut läuft, im nächsten Jahr soweit.

Trainingsgelände sind rar, neue Gelände gesucht

Zweieinhalb Jahre harte Arbeit liegen nun hinter den Ehrenamtlichen, die nicht nur anstrengend sondern auch zeitintensiv ist: Zwei Mal die Woche treffen sich die Staffelmitglieder samt Hunden zum Training, das hauptsächlich auf dem Gelände der Schill-Kaserne und auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände im rund 50 Kilometer entfernten Vreden (nähe Ahaus) absolviert wird. „Als Hundestaffel muss man da sehr flexibel sein“, weiß Staffelleiterin Evelyn Kramer. „Wir suchen händeringend nach Trainingsgeländen.“

Hinzu kommen verschiedene Lehrgänge für die Hundeführer, in denen sie Fähigkeiten wie Funken, Kartenlesen oder Einsatzstrategie erlernten. Obligatorisch ist außerdem die Ausbildung zum Sanitätshelfer. „Das ist fast wie ein Zweitjob“, erklärte Staffelmitglied Joachim Terhorst.

Sowohl Kramer als auch Terhorst gehören samt Ehepartnern zu den ursprünglichen fünf Mitgliedern, die vor zweieinhalb Jahren von einem anderen Verband zum ASB wechselten: Die Geburtsstunde der Staffel. Mittlerweile ist die Gruppe auf acht Mitglieder angewachsen. „Das ist noch ausbaufähig, aber auch nicht klein“, so Evelyn Kramer. „Wir sind auch immer auf der Suche nach Menschen ohne Hund.“

Denn was nebst Hund, Hundeführer und geeignetem Trainingsgelände essenziell für das Training der Suchhunde ist, sind die sogenannten „Versteckpersonen“. „Das ist ein großes Thema, Menschen zu finden, die sich stundenlang in den Wald legen wollen, wenn es regnet“, erklärte sie die Problematik.

Flächensuchhunde und Mantrailer

Neben den Flächensuchhunden, gibt es in der Staffel auch Mantrailer in Ausbildung.

Es sind zwei völlig verschiedene Arten der Suche, so dass von Anfang an klar sein muss, welche der Hund erlernen soll – beides geht nicht. Während die Flächensuchhunde in einem weiten Waldgebiet ohne Leine Menschen aufspüren sollen, werden Mantrailer angeleint im Stadtgebiet eingesetzt und folgen der Spur aus Geruchspartikeln eines speziellen Menschen.

Letztere Ausbildung dauert etwa ein Jahr länger, als die zum Flächensuchhund, am Anfang steht jedoch für alle Hunde eine Eignungsprüfung.

Darüber hinaus gibt es eine Altersbeschränkung: Bis spätestens zum siebten Geburtstag muss der Hund die Flächenprüfung, die dann alle zwei Jahre wiederholt wird, zum ersten Mal abgelegt haben. Für Mantrailer gibt es gleich drei Prüfungen: Die Vorprüfung, die Hauptprüfung und eine polizeiliche Sichtung.

Ob letztere ein Muss ist, hängt vom Bundesland ab, in NRW ist sie jedoch verpflichtend – und auch sie muss bis spätestens zum siebten Geburtstag des Hundes geschehen sein.

>>> KONTAKTMÖGLICHKEITEN FÜR INTERESSIERTE

Die Hundestaffel ist stets auf der Suche nach geeigneten Trainingsgeländen, egal ob Waldstück, altes Firmengelände oder Kiesbaggerei. Einzige Voraussetzung ist, dass es mindestens 30 000 Quadratmeter groß ist, gerne größer. Auch freut sich die Staffel über neue Mitglieder und geeignete Helfer, die als „Versteckpersonen“ agieren.

Interessierte dafür, oder Grundstücksbesitzer, die ihr Gelände zur Verfügung stellen möchten, können sich bei Staffelleiterin Evelyn Kramer melden: Tel. 0281-5544 oder 0160/1865202 oder per Mail an: kramer.frauke@googlemail.com.

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