Salzbergbau

Starkregen: In Büderich und Ginderich muss gehandelt

Blick auf Büderichs Mitte.                                                                                                                                                Archivfoto: Hans Blossey

Blick auf Büderichs Mitte. Archivfoto: Hans Blossey

Foto: www.blossey.eu

Wesel.   Büderich und Ginderich ist von Senken und Trichtern durch den Salzbergbau nur so durchzogen. Das hat Folgen, wenn es extrem stark regnet.

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Der Büdericher Hermann Norff ist enttäuscht. Enttäuscht von der CDU, die mit Blick auf die Angst vor Starkregen im Polderdorf nicht aktiv wird, aber auch enttäuscht von der Bürgermeisterin, die auf seine Briefe nicht mehr antwortet. Umso erfreuter äußert sich Norff über das Engagement der FDP: „Herr Eifert hat unsere Probleme sofort verstanden.“ Und so saßen gestern Friedrich Eifert, Partei- und Fraktionschef Bernd Reuther, Norff sowie Wilhelm Fischer von der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW im Gasthof van Gelder und machten gemeinsam ihrem Unmut Luft.

Denn nach dem letzten Haupt- und Finanzausschuss möchten alle, dass gehandelt wird. „Ein Arbeitskreis in der Sache ist zwingend erforderlich“, findet Eifert, der kritisiert, dass Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Lösung des Problems an die Stadtwerke weiterschiebt. Für den Freidemokraten ist nämlich ganz klar: Die Zuständigkeit liegt im Fachbereich Stadtentwicklung, dessen Chefin Westkamp ist. So richtig weiß bei dem Quartett niemand, was hinter der Aufgabenverschiebung steht. Entweder möchte die Bürgermeisterin das gute Verhältnis zu Cavity, der Solvay-Nachfolgerin, nicht stören, oder sie möchte einfach das unangenehme Thema nicht angehen, mutmaßt Eifert.

Büderich und Ginderich sind schließlich ziemlich vom Salzbergbau gebeutelt. Norff hat extra eine Karte mitgebracht, auf denen die Senkungen und die damit verbundenen vielen Trichter zu sehen sind. Der tiefste Trichterpunkt im Dorfkern liegt nahe der Schule, so dass bei extremem Starkregen das Wasser nach außen laufen und weite Teile Büderichs fluten könnte. Und die 100-jährigen Ereignisse kommen momentan häufiger. Also ist der Handlungsbedarf groß. Lineg, Cavity, Stadt, Stadtwerke und Westnetz müssten sich zusammensetzen. Letztere, weil bei einem Wasseranstieg der Strom ausfallen könnte und damit auch die Pumpen der Lineg. Das Risiko müsse minimiert werden und das sei ganz klar Aufgabe der Stadt.

Für Norff liegt die Lösung übrigens auf der Hand: eine große Pumpengrube oder ein Regenwassersammelbecken müssten her. Erst kürzlich habe man auf der Raiffeisenstraße Keller leer pumpen müssen, sagt er und berichtet außerdem davon, dass durch die Spannungen, die durch den Salzabbau entstünden, in manchen Häusern sogar alte Fliesen in die Luft flögen, so wie bereits in der Kirche St. Peter. Das Gotteshaus liege übrigens direkt am Ende einer Salzkammer, wo die Gefahr solcher Risse besonders groß sei.

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