Sanierung

Suche nach einer Lösung für Willibrordi-Heim in Wesel

Das Altenheim am Willibrordiplatz ist sanierungsbedürftig.

Foto: Pia Bölting

Das Altenheim am Willibrordiplatz ist sanierungsbedürftig. Foto: Pia Bölting

Wesel.   Das Seniorenheim am Dom entspricht nicht den aktuellen Anforderungen. Eine mögliche Sanierung stellt die Betreiber aber vor einige Probleme.

Das Seniorenheim am Willibrordiplatz ist sanierungsbedürftig – das ist schon länger bekannt. Wie genau das Heim an die aktuellen Anforderungen angepasst werden kann, ist dagegen noch fraglich. Fest steht jedoch: Zum 1. August 2018 muss die Geschäftsführung des Evangelischen Krankenhaus Wesel, die das Management des Heimes 2013 übernommen hat, handeln. Dann läuft die Übergangsfrist für veränderte Gesetzesvorgaben aus: Einen Einzelzimmer-Anteil von 80 Prozent muss das Pflegeheim dann aufweisen. Da ein Umbau bis dahin nicht möglich ist, wird die Zahl der Plätze von 80 auf 70 reduziert werden müssen. Derweil arbeitet die Geschäftsführung an einem Konzept für den Sanierungsfall Willibrordi-Heim, erklärt Geschäftsführer Rainer Rabsahl. Entschieden sei noch nichts, gleichzeitig betont er: „Es gibt keine Denkverbote.“

Spekulationen, das Haus solle in ein Hotel oder Bürogebäude umgewandelt werden, widerspricht Rabsahl jedoch. „Der Standort bleibt für Senioren erhalten.“ In welcher Form, dafür werden derzeit Lösungen gesucht. Denn die Sanierung sei ein schwieriges Vorhaben, erläutern Rainer Rabsahl und André Gorres, Leiter des Bereiches Senioren und Pflegeeinrichtungen im Evangelischen Krankenhaus.

Nordflügel ist marode

Das Altenheim am Dom bietet 51 Zimmer für 80 Senioren. Im Neubau-Trakt sind es hauptsächlich Zwei-Bett-Zimmer ohne eigenes Bad. Die vorgeschriebene Anzahl an Einzelzimmern kann das Heim nicht aufweisen. Ebenso wenig gebe es überall wie gefordert für maximal zwei Zimmer ein Bad, teilweise müssten sich drei Zimmer eines teilen.

Der ältere Nordflügel sei zudem sehr sanierungsbedürftig und müsste eigentlich komplett ersetzt werden, erklärt Rabsahl. Insgesamt schätzt er den Sanierungsbedarf für das Haus auf acht bis neun Millionen Euro. Ein zusätzliches Problem: Der neuere Trakt aus dem Jahr 1994 sei noch nicht abbezahlt, müsse aber aufgrund der veränderten Anforderungen schon wieder mit neuen Mitteln umgebaut werden.

Ausweichquartier in Büderich

Schwierige Voraussetzungen also, meint Rainer Rabsahl. Seit der Übernahme der Geschäftsführung für das Seniorenheim habe es bereits mehrere Sanierungspläne gegeben, die sich aus baulichen, gesetzlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht realisieren ließen. Bis Ende des Jahres soll nun den Gesellschaftern des Heimes und dem Aufsichtsrat des Evangelischen Krankenhauses ein zukunftsfähiges Konzept vorgestellt werden.

Als Ausweichquartier für die Bewohner des Hauses am Dom kommt das geplante Seniorenheim in Büderich in Betracht. Mit dem Bau soll möglichst noch in diesem Herbst begonnen werden, spätestens Anfang 2019 ist die Fertigstellung vorgesehen. Dort wird eine ganz neue Einrichtung mit 60 Plätzen entstehen, in die ein Teil der Bewohner vom Willibrordiplatz während der Bauarbeiten ausweichen könnten.

Insgesamt gibt es in Wesel laut Berechnung des Kreises bis 2020 einen Bedarf für 160 neue Pflegeheimplätze. Auch für weitere fehlende Angebote kann Rainer Rabsahl sich nach eigenen Angaben vorstellen, Lücken zu füllen.

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