Verkehrsplanung

Tempolimit soll „Chaoskreuzung“ in Wesel vorerst entschärfen

An der Kreuzung Emmericher Straße und Ackerstraße kommt es häufig zu gefährlichen Situationen.

An der Kreuzung Emmericher Straße und Ackerstraße kommt es häufig zu gefährlichen Situationen.

Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   Das Ziel an der Kreuzung Emmericher Straße und Ackerstraße ist weiter eine Ampel. Doch das kann dauern. Politik stimmt für Übergangslösung.

Im Januar hatten Anlieger und Vertreter der Politik ihrem Ärger Luft gemacht. „Wir fordern mehr Sicherheit für unsere Kinder und Bürger - entschärft diese Chaoskreuzung“ lautete die Forderung beim Ortstermin an der Kreuzung Emmericher Straße/Ackerstraße. Die Einmündung ist gefährlich, für Schüler, für Anlieger. 28 000 Autos fahren hier täglich lang, es fehlt eine Ampel. Die soll – wenn auch nicht sofort – kommen. Im Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Verkehr stimmte die Politik jetzt einhellig dafür, die Voraussetzungen für die Installation einer Ampel zu schaffen und das Anliegen mit Straßen NRW abzustimmen.

Gemeinsamer Antrag aller Parteien

Den Antrag zu der Maßnahme hatten CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, WfW und Piraten gemeinsam gestellt. Auch einige Anwohner waren zu der Sitzung gekommen, sie verließen den Ratssaal nach der Abstimmung sichtlich zufrieden. Das Problem an der Kreuzung: Um die Ampel installieren zu können, muss eine bauliche Veränderung her. Die Einmündungen der Ackerstraße, die die viel befahrene Landstraße kreuzt, liegen sich nicht direkt gegenüber. Dass muss geändert werden, damit die Grünphase für Verkehrsteilnehmer auf der Ackerstraße nicht zu lange dauert - sonst würde der Verkehr auf der L7 ausgebremst. Auch Straßen NRW muss in die Entscheidung eingebunden werden. Das betonte auch Dezernent Klaus Schütz in der Sitzung. Dies alles kann dauern.

Als Vorab-Maßnahme empfahl der Ausschuss, möglichst kurzfristig die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf Tempo 50 zu begrenzen. Aber auch hier muss Straßen NRW mit entscheiden.

Intensiv diskutiert wurde auch die Situation auf der Luisenstraße. Dort hatte die SPD ein Lkw-Verbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung beantragt.

Luisenstraße in der Diskussion

Da die Verkehrszählung das Lkw-Verbot nicht rechtfertigt, verzichtete die SPD auf diesen Teil des Antrags, wollte aber ein Tempolimit aufrechterhalten. Die Straße ist breit und verführt zu schnellem Fahren, ist aber in schlechtem Zustand, begründete Hilmar Schulz. Außerdem könnte Tempo 40 den Lärmpegel senken. Frank Schulten (CDU) entgegnete, aus Lärmschutzgründen könnte an jeder Tempo-50-Straße eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit gerechtfertigt werden und verwies auf Belastungen der Parallelstraßen wie die Dinslakener Landstraße, die obendrein noch sehr schmal sei.

„Die Argumentation ist nicht schlüssig“, sagt er zum SPD-Antrag. Sein Vorschlag: Zunächst sollte auf der Luisenstraße geprüft werden, ob schräg angelegte Parkplätze den Effekt hätten, dass langsamer gefahren wird. Letztendlich sprach sich eine Mehrheit von zehn zu sieben Stimmen aber für Tempo 40 aus. Die Maßnahme soll schnell umgesetzt werden. Am Flamer Weg, auf dem auch gerne zu schnell gefahren wird, soll ab dem kommenden Monat das neue städtische Laser-Messfahrzeug zum Einsatz kommen, kündigte Klaus Schütz an.

Ampel soll auch an der Xantener Straße kommen

Schwieriger wird es an der Kreuzung L 460 (Xantener Straße) mit der Büdericher Straße. Auch hier wird schon länger über eine Ampel diskutiert - Straße NRW hat sich jedoch auch nach der jüngsten Verkehrszählung im Januar dagegen ausgesprochen, weil sich die Belastung nicht verändert hat. Der Ausschuss fasste den Beschluss, beim Landesbetrieb trotzdem um die Installation einer Ampel zu bitten.

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