Brauchtum

Trachtenschützenfest Üfte-Overbeck: Tradition in Schermbeck

Strohpferde sind echte Hingucker - auch sie werben für das Trachtenschützenfest.

Strohpferde sind echte Hingucker - auch sie werben für das Trachtenschützenfest.

Foto: Gaby Eggert / NRZ

Schermbeck.  Das große Bauerntrachten-Schützenfest der Trachtenschützegilde Üfte-Overbeck, das nur alle fünf Jahre gefeiert wird, beginnt am 7. September.

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Große Strohpuppen an der Erler Straße verkünden es schon seit einiger Zeit: Die Regentschaft von Martin Wieschus und Marlies Weßels mit ihrem Throngefolge Katja Ribbekamp und Klaus Weßel sowie Ulrike Wieschus und Ralf Ribbekamp geht langsam aber sicher zu Ende.

Dies bedeutet zugleich: Das große Bauerntrachten-Schützenfest der Trachtenschützegilde Üfte-Overbeck, das nur alle fünf Jahre gefeiert wird, steht kurz bevor – am Samstag, 10. August, steigt bereits eine größere Vorfeier. Das eigentliche Fest läuft dann vom 7. bis 9. September.

Vogel bei Werner Steinkamp bestellt

Und auch das Königsschießen selber liegt in den letzten Vorbereitungen: Der Vogel wurde bei Werner Steinkamp bestellt, die Goldkönigin Cilly Deiters eingeladen, berichtete Ehrendame Ulrike Wieschus mit ein wenig Wehmut in der Stimme, als sich die Mitglieder der Trachtenschützengilde trafen, um die überdimensionalen Strohpuppen zu bauen.

Auf der Wiese boten Pavillions Schutz vor der brennenden Sonne. Für König Martin Wieschus hatte der Reckenmester Christoph Möllmann scherzhaft extra einen Ventilator organisiert, der der Majestät bei ein luftiges Windchen spendieren sollte. Vier Stunden dauerte es, bis die vielen fleißigen Hände das (sturmsichere) Königspaar aus Stroh gebaut hatten. Details wie Krone, Pfeife oder Augen brachte das amtierende Königspaar selbst an und stieg dafür in einen Hubsteiger.

Goldkönigin Cilly Deiters

Angereist war auch das Silberkönigspaar Heinz Temmler und Mechtild Schick sowie Goldkönigin Cilly Deiters. Martin Wieschus und Marlies Weßel blicken auf ereignisreiche und schöne Jahre zurück und würden bei Bedarf auch verlängern, berichten sie lachend. Ein Highlight zu bestimmen, fällt ihnen schwer: Egal ob das gemeinsame Boßeln, der Besuch der befreundeten Gilden, Nachfeier, Mittelfeier oder die Baumpflanzaktion – die Gemeinschaft, die dabei zu tragen kommt, ist ihnen sehr wichtig.

Die Königin berichtet: „Jung und Alt polieren zum Schützenfest ihre Klumpen, ziehen ihre Tracht an und viele junge Leute, die auswärts wohnen, kommen an dem Wochenende nach Üfte-Overbeck um mitzufeiern.“ Und natürlich auch, um in der Trachtentanzgruppe mitzutanzen, die den Üfter und Overbecker Bürgern vorbehalten ist.

Und: Martin Wieschus hat bereits im ersten Jahr seiner Regentschaft eine neue Tradition eingeführt – den Martinsumzug. „Ich hoffe, das wird beibehalten“, wünscht sich der noch amtierende König.

Martinszug aus Neuerung eingeführt

Gemeinsam mit seinem gesamten Thron lädt er zur feierlichen Abendmesse – je nach Wetter unter freiem Himmel oder in der Scheune – am Samstag, 10. August, ab 18 Uhr auf den Hof Möllmann am Lofkampweg in Üfte.

Dort schließt sich danach die Vorfeier an – selbstverständlich wird hier die Bauerntracht bereits angelegt, wie schon seit 290 Jahren dieses Brauchtums: Lange war das Jahr 1729 die einzige Jahreszahl auf der Üfte-Overbecker Schützenkette – ein Hinweis darauf, dass wenigstens seit dieser Zeit in der Bauerschaft ein Schützenfest gefeiert wurde.

Ursprünglich war es nur ein Fest für die junge Welt, die verheirateten Männer hatten dabei nichts verloren. Es wurde jeweils am ersten Sonntag im September abgehalten, gleichsam wohl als eine Art Erntedankfest.

Anfangs wurde noch mit selbstgeschnitztem Pfeil und Bogen auf den Vogel geschossen – Feuerwaffen kamen erst viel später zum Einsatz.

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Die Tanzgruppen treffen sich am Sonntag, 1. September, zur Generalprobe am Hof Möllmann, die Vorparade beginnt Donnerstag, 5. September, um 18 Uhr auf der Festwiese am Schulweg.

Dort steigt auch die Eröffnungsfeier des Festes am Samstag, 7. September, um 20 Uhr. Tags darauf stehen ab 15 Uhr Volkstänze, Darbietungen der Jagdhornbläser sowie die große Parade an.

Spannend wird’s am Montag, 9. September, gegen Mittag: Beim Vogelschießen wird der neue König ermittelt.

Zuvor starten die Feierlichkeiten mit dem Schützengottesdienst (9 Uhr) sowie Festzug und Trachtentänzen. Abends folgt ab 20 Uhr der große Klumpenball.

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