Kiesabbau am Niederrhein

Unterschiedliche Reaktionen auf Abgrabungskonferenz in Wesel

Der Kiesabbau bleibt ein heißes Thema.

Der Kiesabbau bleibt ein heißes Thema.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Wesel.  Die Reaktionen auf die Abgrabungskonferenz im Kreishaus sind verhalten positiv. Politiker sehen sie als ersten Schritt.

Die Reaktionen auf die Abgrabungskonferenz am Dienstagabend im Kreishaus blieben nicht aus – und der Tenor war durchwachsen mit leichtem positiven Ausschlag. So sei es erst einmal gut, sagte Jürgen Linz, Fraktionschef der Weseler CDU, wenn Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel verkünde, in der Frage der ausgewiesenen Flächen sei noch Bewegung. Chancen für Lösungen sehe Linz allerdings „nur im Dialog und an der Seite der betroffenen Kommunen“.

Dabei müsse der erste Schritt sein, die von den Kommunen bereits abgelehnten Flächen – in Wesel sind das Obrighoven und Lackhausen – aus den Planungen herauszunehmen und Stadtplaner sowie die Kommunalpolitik in die weiteren Beratungen sowie Abgrabungskonferenzen einzubeziehen. „Zu begrüßen und wichtig sind auch weitere Gespräche zur Klärung des Kiesbedarfs“, so Jürgen Linz weiter. „Je schneller hier Klarheit besteht, desto eher bekommt man Befürworter und Kritiker wieder an einen Tisch.“

„Einstieg in einen regionalen Dialog“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende stimme auch Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski zu, bei der Forderung nach mittel- und langfristigen Perspektiven den Niederrhein auch als Lebensraum zu erhalten. „Nur so können wir auch eine Akzeptanz in der Bevölkerung und hoffentlich auch bei den vielen Initiativen gegen den Kiesabbau erreichen.“ 2000 Einwendungen gegen die Planungen des RVR allein in Sachen Kiesabbau seien „schon eine Hausnummer.“ Aber die Abgrabungskonferenz könne man durchaus „als ersten Schritt auf einem Weg zu hoffentlich guten Lösungen“ betrachten.

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, sieht ebenfalls einen guten Startschuss: „Die Konferenz war ein guter Einstieg in einen regionalen Dialog.“ Die Kies- und Sand-Industrie am Niederrhein sei eine traditionsreiche Branche, die an den Standort gebunden ist. Etwa 16.000 Arbeitsplätze würden direkt und indirekt davon abhängen. „Es ist wichtig, diesen Unternehmen eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive zu geben.“ Das sachliche Gespräch bei der Konferenz habe alle Perspektiven und auch Sorgen erkennbar werden lassen. „Weitere Konferenzen sollen folgen.“

Inhaltlich keine neuen Erkenntnisse

Das erhofft sich auch SPD-Fraktionschef Ludger Hovest. „Und ich erwarte auch, dass der Regionalverband Ruhr Vorschläge zu alternativen Flächen vorlegt.“ Gleichzeitig sollte der RVR auf Obrighoven und Lackhausen verzichten, stattdessen Pettenkaul und Vahnum ins Auge fassen. Als einen „Dialog unter falschen Vorzeichen“ fasste Gerd Drüten, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, die Abgrabungskonferenz zusammen.

Denn es seien keinerlei Abstriche bezüglich der geplanten Abbaumengen gemacht worden. Inhaltlich habe es keine neuen Erkenntnisse gegeben. Die eindeutige Positionierung vor allem von Alpens Bürgermeister Thomas Ahls und seinem Hamminkelner Pendant Bernd Romanski sei positiv aufgefallen. „Nun ist die Landesregierung am Zug, damit sich die Fronten nicht weiter verhärten“, so Drüten. „Und auch die Kiesindustrie muss sich bewegen.“ (CS)

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