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Wesel: Eltern zahlen künftig weniger für die Kita

Eltern werden künftig bei den Kindergartenkosten entlastet.

Eltern werden künftig bei den Kindergartenkosten entlastet.

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Wesel.  Für Weseler Eltern wird von August an die Betreuung preiswerter. Nicht jeder ist darüber glücklich, hätte das Geld lieber in Personal investiert.

Vom 1. August an ändert sich für Eltern, die ihre Kinder in Kitas, in der Offenen Ganztagsschule (OGS) und Kindertagespflege haben, einiges – und für die Einrichtungen sowie für Tagespflegekräfte. Dann nämlich tritt die Reform des Kinderbildungsgesetzes in Kraft, das Gesetz zur qualitativen Weiterentwicklung der frühen Bildung, KiBiz.

Zwei Jahre Kita frei statt wie bislang eines

Familien müssen dann für die letzten beiden Jahre vor der Einschulung ihrer Kinder nicht mehr für die Kita oder die Tagespflege zahlen – bislang war nur das letzte Jahr beitragsfrei. Das gilt für Kinder, die am 30. September des vorletzten Kitajahres vier Jahre alt sind.

Auch Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt sind, besuchen die Kita ohne Beitrag für ein weiteres Jahr. Für die Stadt Wesel führt die neue Regelung zu Einnahmeausfällen. Zum Ausgleich gibt es Landesmittel.

Ila Brix-Leusmann, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport, kritisiert diese Regelung. „Die Beitragsfreiheit wird die Nachfrage steigern, nicht die Qualität“, sagte sie am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss. In Wesel hatte man gewünscht, zusätzliche Mittel zunächst in Neubauten, dann in eine höhere Qualität der Betreuung zu stecken, statt die Eltern zu entlasten.

Geschwisterkind kostet weniger als bislang

Wer mehrere Kinder in Kita, OGS oder Kindertagespflege hat, kommt künftig preiswerter davon: Bislang zahlen Eltern für das zweite Kind die halbe Gebühr. Dabei geht es aktuell aber nicht nach der Reihenfolge, sondern eher nach dem Schlussverkaufsprinzip: Die geringere Gebühr wird halbiert. So wird die höhere Rechnung für die U3-Betreuung immer fällig.

Künftig geht es nach der Reihenfolge: das teuerste Kind ist das älteste, der Beitrag für ein jüngeres Geschwisterchen wird halbiert, ein drittes und weitere Kinder sind gebührenfrei. Hinzu kommt, dass Kitas und Kindertagespflege keine zusätzlichen Beiträge erheben dürfen, mit Ausnahme von Geld für die Mahlzeiten. Neben dem Elternbeitrag sieht das Gesetz auch vor, dass die Einrichtungen 20 bis maximal 27 Tage im Jahr schließen dürfen, bislang sind es 30.

Untefinanzierung der Kitas beenden, Tagespflege höher qualifizieren

Neben der Entlastung der Eltern hat die Gesetzesnovelle zum Ziel, die Unterfinanzierung der Kitas zu beenden und sieht einige Maßnahmen vor: Die Finanzierungsanteile ändern sich beispielsweise von August an, Träger werden entlastet, der Anteil von Land und Jugendamt steigt hingegen. Familienzentren erhalten künftig 20.000 Euro statt 13.000 Euro Landeszuschuss. Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, weiter wie bisher die Trägeranteile zu übernehmen.

Insgesamt erhöht die Gesetzesnovelle die Belastung für die Stadt Wesel um eine Million Euro jährlich, so der zuständige Dezernent Rainer Benien.

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