Gericht

Wesel: Gefängnis für sexuelle Übergriffe auf zwei Schwestern

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Nach siebentägiger Verhandlung endet vor dem Landgreicht Duisburg das Verfahren gegen einen 26-jährigen Hamminkelner.

Nach siebentägiger Verhandlung endet vor dem Landgreicht Duisburg das Verfahren gegen einen 26-jährigen Hamminkelner.

Foto: Foto: Stefan Arend

Wesel/Hamminkeln.  Nach siebentägiger Verhandlung endete vor dem Landgericht das Verfahren gegen einen Hamminkelner (26). Er verging sich an zwei jungen Schwestern.

Wegen dreifacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung muss ein 26-jähriger Hamminkelner ins Gefängnis. Nach siebentägiger Verhandlung - ursprünglich sollte das Verfahren bereits im Juni enden - verurteilte ihn das Landgericht Duisburg zu fünf Jahren Haft.

Die Anklage ging davon aus, dass der Angeklagte sich 2018 in das Vertrauen einer irakischen Frau mit zwei Töchtern eingeschlichen haben. In den vier Jahren danach soll er die gerade erwachsene Tochter der Frau mehrfach vergewaltigt, ihre noch minderjährige Schwester sexuell bedrängt haben. Die ersten Taten sollen sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Halle/Westfalen, die übrigen sollen sich in einer Wohnung in der Weseler Innenstadt ereignet haben. Ende 2020 war die Frau mit ihren Kindern dorthin umgezogen.

Langwierige Beweisaufnahme nach Vergewaltigungsvorwurf

Die Kammer hatte nach der langwierigen Beweisaufnahme keinen Zweifel daran, dass sich zumindest die gravierenderen Vorwürfe genau so ereignet hatten, wie in der Anklageschrift beschrieben. Unter anderem hatte der 26-Jährige die ältere Schwester ans Bett gefesselt und sie brutal vergewaltigt. Das jüngere Mädchen hatte er mit einem Zungenkuss erschreckt. Einige weitere Anklagepunkte, darunter das Zeigen von Pornobildern in einer Chat-Gruppe, zu der auch die Minderjährige gehörte, wurden vor den Schlussvorträgen eingestellt.

Der Angeklagte bestritt bis zuletzt jede Schuld. Hinter den falschen Beschuldigungen stecke die Mutter der Mädchen, mit der er seit Jahren eine Affäre gehabt habe. Die damals noch mit einem gewalttätigen Mann verheiratete Frau habe die Beziehung zu ihrer älteren Tochter, die der Angeklagte schließlich auch heiratete, bewusst gefördert, um so eine bessere Tarnung für das sexuelle Verhältnis mit ihm zu haben. Erst nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes habe sie alles getan, um die Beziehung zu beschädigen.

Fünf Jahre Gefängnis für Hamminkelner

Ob das nun tatsächlich so war, oder ob der 26-Jährige nur versuchte, die Zeugin in ein schlechtes Licht zu rücken, spielte am Ende nur noch eine untergeordnete Rolle. Denn die Aussagen der Zeuginnen ließen kaum Zweifel daran, dass der Angeklagte offenbar kaum Grenzen für seine sexuellen Gelüste gekannt hatte.

Die Strafkammer fand am Ende wenig, das zu Gunsten des Angeklagten sprach. Eigentlich war es nur der Umstand, dass der Mann bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Angesichts einer Mindeststrafe von zwei Jahren für jede Vergewaltigung fiel die Gesamtstrafe sogar noch vergleichsweise moderat aus.

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