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Wesel: Geschenkpaten für die Kinder süchtiger Eltern gesucht

 Jörg Kons und Susanne Sobik hoffen auf Geschenkpaten für die Kinder.  

 Jörg Kons und Susanne Sobik hoffen auf Geschenkpaten für die Kinder.  

Foto: Drogenhilfe

Wesel.  Für ihre Schützlinge der Fitkids sucht die Drogenhilfe Wesel Menschen, die Kindern suchtkranker Eltern Wünsche erfüllen.

Eigentlich ist der Adventmarkt am Dom Jahr für Jahr Heimat der Wunschbaumaktion der Fitkids, der Stand der Drogenhilfe die Anlaufstelle. Zwar ist der Adventmarkt abgesagt. Die Kinder im Projekt sollen aber auch im für sie und ihre Familien so schwierigen Coronajahr nicht leer ausgehen: Es handelt sich um Kinder suchtkranker Eltern. „Weihnachten ist für diese Familien immer eine große Herausforderung“, sagt Sandra Gross von der Drogenhilfe.

Auch suchtkranke Eltern möchten, dass es ihren Kindern gut geht. Ihre Krankheit aber führt dazu, dass viele Familien in prekärere Situation leben: Es fehlt ihnen schlicht das Geld, um ein schönes Fest mit Geschenken zu organisieren. In den vergangenen sechs Jahren haben Geschenkpaten dabei geholfen, den Kindern ihre bescheidenen Wünsche zu erfüllen. Und weil der Adventmarkt wegen der Pandemie ausgefallen ist, haben sich die Aktiven etwas einfallen lassen, ihren Bollerwagen im Handumdrehen in einen mobilen Marktstand verwandelt.

Karten auf dem Wochenmarkt

Am kommenden Samstag, 28. November, sind sie in der Zeit von 9 bis 13 Uhr auf dem Wochenmarkt zu finden, Höhe „Weinzeit“. Dort können Menschen mit einem guten Herzen die Geschenkkarten erhalten. Wer keine Zeit hat, kann vom 24. November bis zum 1. Dezember auch in der Drogenberatungsstelle, Fluthgrafstraße 21, Karten abholen, wahlweise in der Adler-Apotheke, Hohe Straße 27, vom 30. November bis zum 1. Dezember.

Das Projekt „Fitkids“, dessen Wappentier die bunte Schlange ist, unterstützt Jungen und Mädchen, deren Eltern süchtig sind. Diese Kinder tragen eine besondere Bürde, häufig dürfen sie über die Probleme zuhause nicht sprechen, haben niemanden, mit dem sie ihren Kummer teilen können. Viele fühlen sich auch schuldig an der Situation. Spurlos geht das an den Kleinen nicht vorbei, sie haben wenig Selbstvertrauen und häufig ein geringes Selbstwertgefühl. Ihren Familien gegenüber sind sie loyal, aus Angst vor dem Jugendamt – das als Gegner empfunden wird, berichten die Sozialpädagoginnen.

Einmal einfach Kind sein dürfen

Um diesen Kindern ein wenig Last von den Schultern zu nehmen, treffen sich die Kinder mindestens einmal die Woche. Sie dürfen spielen, über alles reden, sind frei von Verantwortung – dürfen Kind sein, betreut von verlässlichen Erwachsenen. Verlässlichkeit fehlt sonst in ihrem Leben, häufig übernehmen sie mehr Verantwortung in der Familie, als ihnen gut tut. Und das, obwohl ihre Eltern gern für sie da wären, sie können es einfach häufig nicht.

Neben dieser Arbeit in der Gruppe, die im ersten Lockdown nicht möglich war, bietet Fitkids Ausflüge und kurze Reisen. Und die Drogenberatung möchte, dass die Kinder ein schönes Weihnachtsfest haben. So, wie es sein soll, mit einem Geschenk, das sie auspacken können und über das sie sich freuen dürfen. 60 Karten sind im vergangenen Jahr weggegangen, 60 Wünsche wurden erfüllt. Die verschiedenen Wunschbaumaktionen in Wesel stehen nicht in Konkurrenz zueinander – sie ergänzen sich, denn niemand kann alle Kinder erreichen, die Unterstützung nötig hätten. Die Drogenhilfe hofft darauf, dass auch in diesem Jahr ihre Kinder nicht vergessen werden, wenn es darum geht, unschuldig Benachteiligte zu beschenken.

Öffnungszeiten und Geschenkabgabe

Wie in jedem Jahr dürfen die Kinder sich ein Geschenk im Wert von 25 Euro wünschen. Die verpackten Geschenke der Paten sammelt die Drogenberatung bis zum 16. Dezember in der in der Fluthgrafstraße 21. Die Beratungsstelle ist montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 12.30 und 14 bis 16.30 Uhr, dienstags von 14 bis 16.30 Uhr und freitags von 9 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Das Team gibt die Geschenke an die Familien weiter. Wer vorab mehr Informationen wünscht, erhält diese unter 0281/ 46 09 16 60 oder s.sobik@drogenberatung-wesel.de

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