Verkehrsplanung

Wesel: Neuer Autobahnanschluss soll B 58 entlasten

An der B 70 zwischen Wesel und Brünen ist ein neuer A3-Anschluss geplant. _

An der B 70 zwischen Wesel und Brünen ist ein neuer A3-Anschluss geplant. _

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Wesel.  Durch die Südumgehung wird der Verkehr auf der Schermbecker Landstraße weiter zunehmen. Aus Weseler Sicht sollte Planung bald beginnen.

Aus Weseler Sicht wird der lange geplante neue A3-Anschluss an der B70 dringend benötigt – denn mit der Fertigstellung der Südumgehung wird die ohnehin stark befahrene Schermbecker Landstraße weiter belastet: Schon heute sind dort 30.000 Fahrzeuge täglich unterwegs, ausgelegt ist sie für 20.000. Mit der Fertigstellung der Südumgehung sollen es noch einmal 2500 mehr werden.

Das erläuterte Martin Prior, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Doch dabei ist Wesel auch auf die Entscheidung in Hamminkeln angewiesen, denn beide Städte wollen die Anschlussstelle zwischen Brünen und Wesel gemeinsam bei Straßen NRW beantragen. In der Nachbarkommune wird derzeit darüber diskutiert, ob die Ortsumgehung für Brünen westlich oder östlich verlaufen soll und ob der Anschluss sogar am Molkereiweg besser wäre.

Verkehrsgutachter stellte Auswirkungen vor

Die Auswirkungen auf das Weseler Stadtgebiet stellte Verkehrsgutachter Thomas Rödel im Ausschuss vor: Die neue Anschlussstelle würde die Schermbecker Landstraße tatsächlich so weit entlasten, dass der Verkehr an den Knotenpunkten besser fließen kann -- würde allerdings auch einen stärkeren Verkehrsstrom von Norden in die Stadt bedeuten, natürlich auf der B70, aber auch zum Beispiel auf der Emmericher Straße und Feldstraße. Wie man auf diese neuen Verkehrsströme reagiert, sei erst der zweite Schritt, meinte Ludger Hovest (SPD) zur aufkommenden Diskussion.

Umgehungsstraße: „Hamminkeln muss sich entscheiden“

„Erst mal muss die Ausfahrt in trockenen Tüchern sein“, richtete er den Blick in die Nachbarkommune. „Hamminkeln muss sich entscheiden“, meinte er zu den Umgehungsvarianten. Seit 40 Jahren werde über das Thema diskutiert, nun müsse endlich eine Entscheidung fallen. Die Variante Molkereiweg zu diskutieren, lohnt sich aus Weseler Sicht nicht: Denn im Bundesverkehrswegeplan, der bis 2030 gültig ist, sei der A3-Anschluss an der B 70 vorgesehen. „Die Dinge müssen jetzt auf den Weg gebracht werden. Wesel steht Gewehr bei Fuß“.

Weniger begeistert zeigte sich Ulrich Gorris (Grüne): Er forderte ein anderes Verkehrskonzept anstelle weiterer Straßen. Den Beschluss, gemeinsam mit Hamminkeln den Antrag zu stellen, soll am kommenden Dienstag der Rat fassen. (rme)

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