Kunst

Wesel steckt voller Kreativität

Eine kleine Collage mit einigen bemalten Tüten für das Kunstwerk im Jubiläumsjahr.

Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma

Eine kleine Collage mit einigen bemalten Tüten für das Kunstwerk im Jubiläumsjahr.

Wesel.  5000 Tüten hat der Niederrheinische Kunstverein, von dem die Idee für die Aktion stammt, herstellen lassen. Etwa die Hälfte wurde von den Weselern gestaltet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wer Thitz kennt, kennt auch dessen Tütenkunst, wer nicht, wird sie bald kennen lernen. Denn der Künstler, der auf Tüten erst Kunst im Kleinen machen lässt, um sie anschließend zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, ist Anfang September in Wesel zu Gast.

Die Idee hatte bekanntlich der Niederrheinische Kunstverein mit Blick auf das diesjährige Stadtjubiläum (wir berichteten). Das Besondere: Die Weseler konnten sich an dem Kunstwerk beteiligen. Vor zwei Wochen war die Abgabefrist der Thitz-Tüten, bei denen auf der einen Seite die Idee erläutert ist und auf der anderen Seite Platz für die eigene Kreativität war.

Jörg Happel vom Niederrheinischen Kunstverein, der gleichzeitig Kurator der folgenden Ausstellung ist, spricht von einem regen Publikumsinteresse. Kartonweise habe er die Tüten aus der Stadtinformation am Großen Markt rausgeschleppt, er schätzt 2500 der 5000 vorhandenen Tüten. Dabei lobt er nicht nur die kreativen Weseler, die es an Qualität nicht missen lassen, sondern auch die Arbeit der Stadtinformation, die mit der Aktion alle Hände voll zu tun hatte.

Schließlich haben viele Gruppen mitgemacht. Kindertagesstätten, Schulen - von der Grundschule bis zum Berufskolleg -, Senioreneinrichtungen, die evangelische Kirchengemeinde am Lauerhaas, das Mehrgenerationenhaus und die Musik- und Kunstschule sowieso. Auch der Heimatverein Bislich wagte eine Aktion am Fährkopf, stellte dort Tische auf und ließ malen. „Die Leute haben das schon als kreativen Akt empfunden“, weiß Happel nach Betrachtung einiger Kunsttüten, bei denen die Motive teils sehr häufig aufgegriffen wurden. Die Rheinbrücke zum Beispiel und der Esel - sie kamen vielfach aufs weiße Papier. Auch der Esel-Rock spielt eine Rolle, der Auesee, die PPP-Tage, der Weseler Taler und, und, und... Eine Integrationsklasse hat sich vor allem darauf verlegt, etwas zu schreiben, teils verbunden mit den Flaggen des jeweiligen Heimatlandes. „Wesel, schöne Stadt“, steht auf einer Tüte, und dahinter „Ich liebe Deutschland“. „Alles Gute zum Geburtstag, Wesel“, hat ein anderer hinterlassen.

Und eine ganz besonders gestaltete Tüte sehen Sie hier links. Das Papier wurde quasi neue eingekleidet. Vorne mit dem Esel, hinten mit einer Ansichtskarte von Wesel und drei Weseler Persönlichkeiten: Kabarettist Dieter Nuhr, Rechtschreibpapst Konrad Duden und New York-Gründer Peter Minuit.

Ab 6. September wird Künstler Thitz die Tüten im Centrumsfoyer zusammensetzen. Besuch ist dabei durchaus erwünscht. Und am 11. September um 11.30 Uhr ist die feierliche Ausstellungseröffnung mit dem Gesamtkunstwerk. Dann darf gerätselt werden, wo die eigene Tüte abgeblieben ist...

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik