Soziales Engagement

Wesel sucht Bewerber für Integrationspreis

dem Bunten Markt der Möglichkeiten  – wie der Markt ist der Integrationspreis Teil der interkulturellen Tage in Wesel.

Foto: Johann Ridder

dem Bunten Markt der Möglichkeiten – wie der Markt ist der Integrationspreis Teil der interkulturellen Tage in Wesel.

Wesel.   Personen oder Gruppen können bis zum 27. April Vorschläge einreichen. Kandidaten sollten sich für friedliches Miteinander einsetzen.

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5850 Menschen mit ausländischem Pass lebten Ende 2017 in Wesel, das sind 9,4 Prozent der Einwohner, ein im Vergleich zu vielen anderen Städten geringer Bevölkerungsanteil. Darin sieht Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp einen Vorteil: Diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren ist machbar. Und es gibt zahlreiche Weseler, die ganz im Stillen dabei helfen, dass es gelingt: Solche Personen oder Gruppen sucht der Integrationsrat, die im Hintergrund für ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in der Gesellschaft hier in Wesel einsetzen. Auch 2018 wird es wieder einen Integrationspreis geben, mit 750 Euro dotiert und von der Nispa bezahlt.

Bis zum 27. April können Weseler Einwohner, Kindergärten, Schulen, Vereine, Verbände oder sonstige Einrichtungen Vorschläge für den oder die Preisträger an die Geschäftsstelle des Integrationsrats, Jennifer Heckes, Klever-Tor-Platz-1 in Wesel machen. Der Integrationsrat wird in seiner Sitzung am 29. Mai über den Preisträger entscheiden. Verliehen wird die Auszeichnung traditionell im Rahmen der Interkulturellen Tage am 7. September, nachdem die Stadt am 6. September den Neubürgerempfang für Zugewanderte mit deutschen Pass ausgerichtet hat. Am 9. September folgt der Bunte Markt am Rathaus.

Barrieren überwinden

Integration, das ist in erster Linie Sprache, ohne sie ist keine Kommunikation möglich. Durch die vergleichsweise überschaubare Anzahl ausländischer Bürger in der Stadt kennen Volkshochschule – durch die Sprachkurse – und Flüchtlingshilfe viele Familien persönlich, können sie ansprechen und einladen. „Integration ist mehr als die Leute nur aufzunehmen“, sagt Reinhard Hoffacker von der Nispa. Es gehe darum, die Barrieren zu überwinden, um Respekt und Akzeptanz auf beiden Seiten. Neben dem Spracherwerb sind das Verständnis für hiesige Sitten und Gebräuche, aber auch für Recht und Gesetz weitere Hürden, die Zugezogene nehmen müssen.

Die Flüchtlingshilfe, im Jahr 2009 selbst erste Trägerin des Integrationspreises, hilft in Alltagsfragen. Auch Mitglieder des Integrationsrates sind in dieser Mission unterwegs. Ein Problem nennt Fahri Özbektas, stellvertretender Vorsitzender: „Wir müssen mehr über die Gesetze informieren. Viele Ausländer verstehen nicht, dass sie ihre Kinder nicht einfach eine Woche vor Ferienbeginn aus der Schule nehmen können, um in die Heimat oder in den Urlaub zu fahren“, sagt er. Wie manche Deutsche auch wollen sie die günstigeren Flug- und Übernachtungpreise nutzen. „Ich muss ihnen erklären, dass das verboten ist und viel Geld kosten kann.“ In ihrer ehemaligen Heimat sei es meist erlaubt gewesen, die Kinder nicht zur Schule zu schicken. Nur ein Aspekt von vielen, mit denen Menschen, die bei der Integration helfen, zu tun haben.

Bewerbung von Kitas erwünscht

Hilfe auf dem Weg in die deutsche Gesellschaft leisten auch Schulen und Kindergärten, Tag für Tag und ganz selbstverständlich. „Wir würden uns wünschen, dass sich auch mal Kindergärten bewerben“, sagt Bärbel Reining-Bender Leiterin des Büros der Bürgermeisterin.

Preisträger waren bislang neben der Flüchtlingshilfe Dr. Rainer Neu und Yavuz Yildis (2011), die Gesamtschule am Lauerhaas (2012), Boxtrainer Horst Höpken vom Weseler Boxclub 1922 (2013), der Kinderschutzbund, die S.E.R. Kinderhilfe und Kampfsportler Hasan Özbektas (2014), die Gemeinschaftsgrundschule Innenstadt (2015), Schüler des KDG (2016) und die Künstlerin Jutta Kehl (2017).

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