Tierschutz

Wesel: Tipps zur Hundeerziehung und Spenden fürs Tierheim

Barbara Gilles hätte gern, dass ihr ansonsten so freundlicher Hund Pelle aufhört, den Garten und alles im Radius von 500 Metern lautstark zu verteidigen. Ralf Lügger gibt Tipps.

Barbara Gilles hätte gern, dass ihr ansonsten so freundlicher Hund Pelle aufhört, den Garten und alles im Radius von 500 Metern lautstark zu verteidigen. Ralf Lügger gibt Tipps.

Foto: Markus Weissenfels / FFS

Wesel.  Das NRZ-Mobil hat Hundetrainer Ralf Lügger mit zum Tierheim Wesel gebracht: Für Halter gab es Tipps und Waffeln, für die Tierschützer Spenden.

Nein, die Weseler und Tierfreunde der Umgebung haben das Tierheim nicht vergessen. Zur NRZ-Aktion mit Hundetrainer Ralf Lügger gesellten sich gestern etliche Hundehalter – teils, um sich Rat zu holen, einige, um sich am NRZ-Mobil ablichten zu lassen und im erstmals wieder geöffneten Pfötchencafé eine der unermüdlich gebackenen Waffeln des Teams zu genießen und die Spendendose zu füllen. Abstand war kein Problem und im Café stand das Hygienekonzept.

500 Meter um den Garten wird alles wütend angekläfft

Jagdterrier Pelle ist ein alter Bekannter, schon vor drei Jahren bei der vorangegangenen NRZ-Aktion mit dem Hundecoach aus Hamminkeln war Barbara Gilles mit dem kleinen Kerl da. „Es ist vieles besser geworden“, sagt sie. Ein Problem gibt es noch. Der Senior verteidigt sein Revier, lautstark und unerbittlich. „Alles 500 Meter rund um unseren Garten wird angekläfft.“

Das gleiche Problem hat Christa Schultze mit Daggi, knapp zweijähriger Mix, sie hat ihn aus unklarer Haltung übernommen. Die Hündin muss wohl Tierheimerfahrung haben, zittert, sobald sie aus dem Auto steigt und Tierheimluft riecht. Beiden Halterinnen rät Lügger. „Nehmen sie ein Geschirr und eine Schleppleine. Wenn der Hund loslegt, rufen Sie ihn zwei Mal zurück. Hört er nicht, holen Sie den Hund entspannt zu sich zurück, wortlos, nicht laut werden.“

Etwaiges Bellen dürfe man dabei durchaus ignorieren. „Sie dürfen uns darauf aufmerksam machen, dass etwas hinter dem Zaun ist. Wir signalisieren ihnen aber, dass das in unserer Verantwortung liegt. Das nimmt dem Hund den Stress.“ Dem Menschen vermutlich auch. „In einem Wolfsrudel kümmern sich nur die fünf erfahrensten und stärksten Tiere um Feinde. Meine Hunde wissen, dass sie bestenfalls an Stelle sechs stehen.“

Tierfreunde finden kreative Wege, um Geld fürs Tierheim zu sammeln

Während draußen Trainer Lügger Hundehalterin Dagmar Bußmann erklärt, wie sie ihre süße Terrierin daran hindern kann, Besucher zu terrorisieren – hochspringen, an den Beinen kratzen, kläffen – geht es drinnen im Pfötchencafé gesellig zu, auf Abstand. Hunde und Halter lernen sich kennen, eine dreifarbige „Glückskatze“ stolziert selbstbewusst herein und bleibt unbehelligt.

Alle sind gut gelaunt und es landen Scheine in der Spendendose. Manche bringen auch Spenden, so hat Elke Verlande in ihrem Modelädchen an der Schmidtstraße „Weseler Luft“ in der Dose für fünf Euro verkauft, einmal sogar nach Australien – rund 300 Euro sind zusammengekommen. Die Mitarbeiterin eines Blumengeschäfts vom Weikenrott in Hamminkeln kommt auch mit einem Umschlag – jedesmal, wenn ein Kunde eine Tüte kauft, geht das Geld ans Tierheim. Und im E-Zigarettenladen an der Brandstraße wird die Kaffeekasse an den Tierschutz geschenkt. Tierfreunde sind findig, wenn sie helfen wollen, und sie hoffen auf Nachahmer.

Ach ja Luna: Ausnahmslos alle, die hereinkommen, sollen die süße Vierjährige komplett ignorieren. „Ich weiß nicht, wie ich das den anderen beibringen kann“, seufzt Dagmar Bußmann. Aber sie will es versuchen. Schäferhund Sid prollt Luna an. „Stell Dich vor den Hund“, rät Lügger, „nichts sagen, dann den Hund ablegen“. Leckerchen, oder in Sids Fall der Ball als „Schalldämpfer“, lehnt der Trainer ab. Nach einigen Fehlversuchen ist Sid voll auf seinen Chef konzentriert – das wird schon…

Am Ende sind Hundehalter zufrieden – viele haben an der Fotoaktion teilgenommen und eine Bild von sich und ihrem Hund mit nach Hause genommen. Tierheimteam, Trainer Lügger und das NRZ-Team freuen sich: Zum ersten Mal seit dem Lockdown durfte das Pfötchencafé wieder öffnen, war das NRZ-Mobil wieder unterwegs und die Spardose ist gut gefüllt..

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben