Heimatpflege

Wesel: Verein Dorfschule Ginderich gestaltet neuen Dorfplatz

Herbert Wessely, Vorsitzender des Vereins Dorfschule Ginderich, zeigt die Planung für den Außenbereich mit Baumallee, Boulebahnen und neuer Wegführung.

Herbert Wessely, Vorsitzender des Vereins Dorfschule Ginderich, zeigt die Planung für den Außenbereich mit Baumallee, Boulebahnen und neuer Wegführung.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Ideen, die Dorfschule Ginderich attraktiv zu halten, gehen Herbert Wesely und der Stadt Wesel nicht aus. 4000 Besucher kommen im Monat.

Die Ideen gehen Herbert Wesely nicht aus. Der Vorsitzende des Vereins Dorfschule Ginderich hat gerade erst den kompletten Schulhof der ehemaligen Grundschule vom 45 Zentimeter tiefen Kiesbett befreien lassen, wie immer mit ganz viel ehrenamtlichem Engagement. Denn hier entsteht ein neues Außengelände, das er gestern gemeinsam mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Dezernent Rainer Benien vorstellte. https://www.dorfschule-ginderich.de/

Rainer Benien erinnert sich noch gut daran, als Herbert Wesely nach der kompletten Schließung der Schule das Konzept zur Folgenutzung vortrug. „Das war vor drei Jahren, wir saßen nachher noch bei Weselys zuhause in der Küche und alle Ideen, die er mir damals vortrug, sind inzwischen umgesetzt“, zeigt sich der Kulturdezernent begeistert von der Quartiersarbeit an diesem historischen Ort, der so als Ankerpunkt für die Bürger erhalten bleibe, schließlich identitätsstiftenden Charakter habe.

Von Anfang an habe alles gepasst, betonte auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, denn das Konzept des Vereins konnte die Stadt Wesel mit tragen. Der Verein mietete 2017 den Komplex an, immerhin 1750 qm mit Neubau (1963) und Altbau (1930), Turnhalle, Sanitäranlagen sowie Freiflächen. Dank des Leader-Programms können für fünf Jahre Personal-- und Sachkosten beglichen werden, die Stadt beteiligt sich mit 40 Prozent an den Kosten, die restlichen Mittel stammen vom Land und der EU.

Hilfreiche Fördermittel

Als Mieter konnte der Verein den Kreissportbund gewinnen. Und vor einem Jahr half der Förderbescheid aus dem Programm „Dorferneuerung“ des Landes NRW für Mittel für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen und der aktuellen Umgestaltung der Außenanlage, um sie der neuen Nutzung anzupassen. 250.000 Euro, der Höchstbetrag, floss an Fördermitteln an den Verein, 230.000 Euro schießt die Stadt als Eigenmittel zu den Gesamtkosten von 480.000 Euro bei.

Denn tatsächlich, so die Bilanz von Herbert Wesely, werden die Angebote in den Bereichen Sport, Kunst und Kultur, Gesundheit, Soziales und Mobilität von monatlich 4000 Teilnehmer wahrgenommen. „Das sind weit mehr Besucher als Ginderich Einwohner hat“, betont Wesely, der weiß, dass Kursteilnehmer sogar aus Moers oder Rees anreisen. https://www.nrz.de/staedte/wesel-hamminkeln-schermbeck/weseler-vorzeigeprojekt-dorfschule-ginderich-kommt-gut-an-id214987335.html

Ein wichtiges Anliegen des Vereins ist es aber, den Leuten im Dorf eine Anlaufstelle zu bieten, insbesondere alleinlebenden Senioren, für die Fahrdienste, ein monatlicher Mittagstisch und Dorftreffs angeboten werden.

Zwei neue Boulebahnen

Da nicht nur Senioren oder Reha-Sportler schlecht über ein Kiesbett laufen können, wird nun die Freifläche neu gestaltet, Wege angelegt, eine zweite Baumreihe gepflanzt, in deren Mitte zwei Boulebahnen zur freien Nutzung entstehen. Der Platz kann zukünftig dank neu verlegter Stromleitungen illuminiert werden und eignet sich hervorragend für Veranstaltungen wie Kirmes oder Weihnachtsmarkt. Inmitten des ehemaligen Schulhofs entsteht auch eine Feuerstelle, etwa für das Martinsfeuer. Die Außentoilettenanlagen wurden komplett erneuert und die neue Behindertentoilette wurde mit einem speziellen europaweit gängigen Türöffnungsknopf versehen. Sogar E-Ladesäulen sind auf den zukünftigen Parkplätzen geplant.

Einzigartig in der Region

„Wenn ich mit meinen Vorschlägen bei der Stadt vorspreche, laufe ich offene Türen ein“, lobt der Vereinsvorsitzende das Engagement der Stadt. Diese wiederum ist stolz auf das Vorzeigeprojekt „Dorfschule Ginderich“, das einzigartig in der Region ist. „Das Gebäude gehört der Stadt Wesel, die Ideen und Angebote den Menschen“, lobt die Bürgermeisterin „die Synergie, die für alle Seiten eine Win-Win Situation ist.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben