Hochwasser

Wesel will Mitglied im Isselverband werden

Wasserstand an der Issel in Wesel an der Bärenschleuse - Hochwasser am 2. Juni 2016Niederigwasser am 4. August 2018 Foto: Rolf Doms

Wasserstand an der Issel in Wesel an der Bärenschleuse - Hochwasser am 2. Juni 2016Niederigwasser am 4. August 2018 Foto: Rolf Doms

Foto: Rolf Doms

Wesel.   Gemeinsames Vorgehen der Kommunen gegen die Hochwassergefahr. Wesel ist wenig betroffen und hat im Hochwasser-Zweckverband nur eine Stimme.

Hamminkeln und Isselburg haben schon zugestimmt, nun steht das Thema Hochwasser-Zweckverband auch in Wesel auf der Agenda der Politik. Die Hansestadt wird – die Zustimmung der Parteien vorausgesetzt – als eine von zehn Kommunen dem Verband der Issel-Anlieger beitreten. Durch das interkommunale Konzept soll verhindert werden, dass es noch einmal zu einer brisanten Hochwasserlage kommt wie im Sommer 2016, als die Dämme in Hamminkeln zu brechen drohten.

Solidargemeinschaft zum Schutz gegen das Klima

Für Hamminkeln und Isselburg hat das Thema die größte Relevanz, daher sind sie auch mit 40,7 bzw. 32,9 Prozent am stärksten an den Kosten für die Schutzmaßnahmen beteiligt. Mit neun (Hamminkeln) und sieben Stimmen (Isselburg) haben sie in der Verbandsversammlung dafür auch das größte Gewicht. Wesel ist mit 4,18 Prozent an den Kosten beteiligt, hat dafür auch nur eine Stimme. Trotzdem ist die Kommune als Isselanlieger mit im Boot, denn der Zweckverband ist eine „Solidargemeinschaft“, wie Norbert Terfurth, Teamleiter im Fachbereich Stadtentwicklung, erklärt. Das Klima wird unberechenbarer – im vergangenen Jahr war die Issel stellenweise ausgetrocknet, extreme Hochwasser können aber jederzeit wieder auftreten. Weil Einzelmaßnahmen in den Anliegerkommunen da wenig Sinn haben, ist die Idee des Zweckverbandes entstanden.

Zahlreiche Maßnahmen sind in Planung

33 Maßnahmen zum Hochwasserschutz sind insgesamt geplant, vier werden auf Weseler Gebiet umgesetzt. Zwei davon sind an der Bärenschleuse vorgesehen: Im Vorland unterhalb der Schleuse sollen westlich und östlich der B 70 jeweils Möglichkeiten zur kontrollierten Flutung angrenzender Bereiche entstehen. In Obrighoven (Lauerhaas) soll als Schutz ein 450 Meter langer Deich oder eine Mauer gebaut werden. Im Bereich Brüner Bruch, der teilweise auf Weseler Gebiet liegt (südlich der A3), sind ebenfalls Maßnahmen zur kontrollierten Flutung sowie der Bau einer Überlaufschwelle und einer 250 Meter langen Flutrinne geplant.

Für die Gesamtkosten aller 33 Maßnahmen sind derzeit Kosten von rund 40 Millionen Euro veranschlagt. 1,2 Millionen Euro jährlich werden in den kommenden 20 Jahren an Kosten nach Abzug der Fördermittel erwartet. Der Weseler Anteil liegt bei rund 50 000 Euro im Jahr, wobei diese mal höher, mal niedriger ausfallen können. Neben Hamminkeln, Isselburg und Wesel sind Bocholt, Borken, Hünxe, Raesfeld, Rees, Rhede und Schermbeck Mitglied im Zweckverband für Anlieger der Issel und ihrer Nebengewässer.

Am Dienstag stimmt der Haupt- und Finanzausschuss über den Beitritt ab, am 12. März fällt im Rat die endgültige Entscheidung.

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