Filmfestival

Weseler Lars Boehnke gewinnt Niederrheinisches Filmfestival

Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung des ersten Niederrheinischen Filmfestivals im Scala-Kulturspielhaus. 

Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung des ersten Niederrheinischen Filmfestivals im Scala-Kulturspielhaus. 

Foto: Markus Joosten

Wesel.   Der Kurzfilm „Tobi an Quentin“ gewinnt in der Kategorie Kreis Wesel und gleichzeitig den Publikumspreis im Kulturspielhaus Scala.

Trotz roten Teppichs im Entrée hielt sich der Publikumsansturm bei der Siegerehrung des 1. Niederrhein Filmfestivals, das am Wochenende im ehemaligen Scala-Kino und jetzigen Kulturspielhaus stattfand, in Grenzen. Einige Filmemacher, Regisseure, Schauspieler, deren Freunde und Bekannte versammelten sich im alten Kinosaal voller Spannung und Erwartung auf die Gewinnerbekanntgabe. Die begann mit gehöriger Zeitverzögerung.

Filme aus drei Kategorien gezeigt

Die Produktionen und die Macher traten in drei verschiedenen Kategorien gegeneinander an: „Kreis Wesel“, „Region Niederrhein“ und „Niederlande“. Wer würde der Beste sein? Nun steht fest, wer die insgesamt vier Sieger sind, denn auch ein Publikumspreis wurde vergeben. In der Kategorie „Kreis Wesel“ traten zehn Filme gegeneinander an. Den Sieger verkündete Jurysprecherin Karin Neumann: „Tobi an Quentin“ (Laufzeit fünf Minuten) von Lars Boehnke. Der kam auf die Bühne und gab unumwunden zu: „Das ist alles aus alten Filmen von mir zusammengeschnitten!“ Zum Inhalt des Films: Ein junger Mann aus Wesel, Tobi, schreibt einen Brief an Hollywoodgröße Quentin Tarantino, um diesen zu einem Blockbusterdreh in die niederrheinische Stadt Wesel zu locken. Mit teils sehr eigenwilligem Humor zeigt Tobi dem Starregisseur welche filmischen Möglichkeiten Wesel bietet. Zuvor war Lars Boehnke schon von „Scala-Chefin“ Karin Nienhaus auf die Bühne gerufen worden, denn auch der Publikumspreis, der mit 222 Euro dotiert war ging an „Tobi an Quentin“. Eine lobende Erwähnung in der Kategorie „Kreis Wesel“ sprach die Jury für Carla Gottwein und ihren Wettbewerbsbeitrag „Beatrix und Norbert“ aus.

Aydin Isik gewinnt in der Kategorie Niederrhein

In der Kategorie „Niederrhein“ kämpften sieben Werke um den Sieg. Gewonnen hat „Vater?“ (Laufzeit: 25 Minuten) unter Regie von Aydin Isik. Der Gewinnerscheck im Wert von 500 Euro, eine Siegerurkunde und eine goldene Brosche in Form einer Kopfweide, wurden von Laudator Ingo Ritter (Nispa) an den Sieger übergeben. „Vater?“ erzählt die Geschichte von drei türkisch-deutschen Männern, die erst am Sterbebett ihrer türkischen Mutter erfahren, dass sie einen deutschen Vater haben. Mit viel Gespür für gute Dialoge und amüsierende Wendungen schaffen die drei Brüder es, ihren leiblichen Vater ausfindig zu machen. Ein echter Siegerfilm.

Jan van Gorkum zeigt den besten Niederlande-Streifen

Ebenso grandios ist der Gewinnerfilm in der Kategorie „Niederlande“. „Game Night“ (Spieleabend) von Regisseur Jan van Gorkum (Laufzeit: 15 Minuten). Er setzte sich gegen acht andere Filme durch und überraschte mit einem furiosen Plot. Ein junges Pärchen trifft sich mit den Eltern des jungen Mannes zu einem Spieleabend der es in sich hat. Denn aus Spiel und Spaß wird für die Freundin bitterer Ernst, das führt schließlich zur Trennung des jungen Pärchens. Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp übernahm die Siegerehrung (500 Euro Preisgeld) zusammen mit der Jury und belohnte alle Macher, Teilnehmer und Gewinner: „Danke, für die tolle Idee und danke, für den tollen Abend!“

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