Schulpolitik

Weseler Realschule warnt vor Überforderung der Kinder

Das Schulleitungsteam der Konrad-Duden-Realschule mit Rektorin Ina Gaastra, Heike Böken-Heinemann und Harald Welz warnt vor falschen Erwartungen an die Realschule.

Foto: Markus Joosten

Das Schulleitungsteam der Konrad-Duden-Realschule mit Rektorin Ina Gaastra, Heike Böken-Heinemann und Harald Welz warnt vor falschen Erwartungen an die Realschule. Foto: Markus Joosten

Wesel.   Das Leitungsteam erklärt, warum Kinder mit Hauptschulempfehlung an der Konrad-Duden-Realschule unter Misserfolgen leiden würden.

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In der Diskussion um die Zukunft der Weseler Schullandschaft liegen einige Vorschläge zur Lösung des Problems auf dem Tisch – doch eine Frage muss zuerst entschieden werden: Was passiert mit den 23 Kindern, die für den Sommer noch keinen Schulplatz gefunden haben, weil die Gesamtschule Interessenten abweisen musste? Die Eltern der Gesamtschule haben bereits erklärt, eine neunte Fünferklasse sei nicht zu stemmen, sie sehen die Realschule in der Pflicht. Doch das Leitungsteam der Konrad-Duden-Realschule warnt davor: „Die Kinder wären hier überfordert“, ist Leiterin Ina Gaastra überzeugt.

Denn anders als es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, bedeutet der häufig kurz als „Hauptschulzweig“ beschriebene Bildungsgang an ihrer Schule nicht, dass an der Realschule Kinder ab der Klasse 5 mit dem Ziel Hauptschulabschluss unterrichtet werden können. In der Erprobungsstufe werde nach Lehrplänen und Richtlinien der Realschulen unterrichtet.

Schüler können nicht angemessen gefördert werden

Der neue Bildungsgang wird ab Klasse 7 für Kinder eingerichtet, für die sich herausgestellt hat, dass sie das Ziel Realschulabschluss nicht schaffen werden. In diesem Bildungsgang können jedoch nur 16 Kinder unterrichtet werden, erklärt Gaastra. Die Raumkapazitäten an der KDR zum Beispiel im Bereich Hauswirtschaft und Technik sind begrenzt. Von den 23 Kindern, die nun auf der Suche nach einer Schule sind, hat der Großteil eine Hauptschul-Empfehlung. Die Kinder könnten auf der Realschule nicht angemessen gefördert werden: „Was tut man den Kindern an?“ fragt die Schulleiterin. Sie würden mit hoher Wahrscheinlichkeit Misserfolge und Frustration erleben. „Es geht nicht darum, dass wir die Kinder nicht wollen“, versichert Ina Gaastra. Aber diese Aufgabe könne nur die Gesamtschule übernehmen.

Sie und ihre Konrektoren Harald Welz und Heike Böken-Heinemann verweisen darauf, dass die eigentlich dreizügige Realschule schon jetzt mit 92 Anmeldungen im Sommer eine Klasse zusätzlich bilden muss. Zwei Zehnerjahrgänge werden verabschiedet – vier Fünferklassen kommen hinzu. Dafür mussten bereits zwei Fachräume aufgegeben werden.

Raumnot an der Realschule ist groß

Ab dem Jahrgang 6 kommen zusätzlich noch Neulinge hinzu – Kinder, die das Gymnasium verlassen müssen. 30 Schüler mussten 2017 in die Stufen 6 bis 8 integriert werden. „Die räumliche Not ist mindestens so groß wie an der Gesamtschule“, sagt Harald Wenz. Nun ist die Politik am Zug: „Für die Kinder muss es einen Platz geben“. Und ein weiteres Schulangebot für Wesel – welches, das müsse mit viel Sorgfalt geprüft werden.

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