Neujahrsempfang

Weseler Soldaten werden ab Februar in der Türkei eingesetzt

Oberstleutnant Guido Engelmann blickte beim Neujahrsempfang in der Schill-Kaserne auf das vergangene Jahr und die künftigen Aufgaben.

Foto: Lars Fröhlich

Oberstleutnant Guido Engelmann blickte beim Neujahrsempfang in der Schill-Kaserne auf das vergangene Jahr und die künftigen Aufgaben. Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   Der Standortälteste Guido Engelmann blickte auf 2018: Einsatzverpflichten bleiben der Hauptauftrag. Christian van Geldern erhielt das Ehrenkreuz.

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Der Neujahrsempfang beim Standortältesten des „1st Nato Signal Battallion“ mit vielen zivilen Gästen aus Wesel und den Nachbarkommunen hat eine lange Tradition – in einer Beziehung gab es jedoch im Kasino der Schill-Kaserne gestern eine Premiere. Hauptfeldwebel Christian van Geldern erhielt eine seltene Auszeichnung: Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für herausragende Einzeltaten. Er hatte gemeinsam mit einem Kameraden einen Schwerverletzten nach einem Unfall aus einen Auto gerettet.

Dieses Ehrenkreuz werde sehr selten verliehen, erklärte der Standortälteste Guido Engelmann. So selten, dass er es selbst bei der Verleihung zum ersten Mal gesehen hat, erklärte er später. Christian van Geldern war im Sommer mit einem Kameraden an einer Unfallstelle auf der B58 vorbeigekommen und hatte einen auf dem Dach liegenden Wagen mit einer eingeschlossenen Person entdeckt. Die beiden Soldaten befreiten den stark blutenden Verletzten aus dem Wagen, banden die Wunde ab und betreuten das Unfallopfer, bis der Notarzt eintraf. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Engelmann. Auch der zweite Soldat erhielt die Auszeichnung, er ist aber inzwischen an einen anderen Standort versetzt.

Gutes Miteinander in Wesel

In seiner Ansprache lobte der Standortälteste das gute Miteinander zwischen der Kaserne und den zivilen Behörden und Vereinen vor Ort. „Ich fühle mich hier akzeptiert und gut aufgehoben.“ In seinem Resümee des abgelaufenen Jahres blickte er aber auch über die kommunalen Grenzen hinaus. Für bedenklich, so Engelmann mit Blick auf den Brexit, halte er die aktuellen Abspaltungstendenzen, die ein Vorbild für weitere EU-Länder sein könnten. Sein Appell: „Wir müssen uns für den europäischen Gedanken einsetzen, der uns immerhin in den vergangenen 70 Jahren Bildung, Wohlstand und Frieden beschert hat.“

Keine Teilnahme an Kampfeinsätzen

Den Soldaten des „1st Nato Signal Battallion“ wird auch in diesem Jahr die Arbeit nicht ausgehen. Denn das Battaillon, dem neben den rund 145 Deutschen auch Soldaten aus zehn weiteren Ländern angehören, ist so etwas wie die Telekom für die Nato bei Übungen und Einsätzen. Die Soldaten nehmen nicht an Kampfeinsätzen teil, organisieren aber Telefon- und IT-Dienstleistungen bei Auslandseinsätzen. Ein Soldat befindet sich derzeit in Afghanistan, sieben weitere werden im Februar in Incirlik (Türkei) tätig. Die Erfüllung der Einsatzverpflichtungen bleibe auch 2018 Hauptaufgabe des Bataillons, so Engelmann. Er hoffe, dass in diesem Jahr wie 2017 alle Soldaten gesund zurückkehren.

Dass die Kaserne gute Beziehungen zum zivilen Leben in Wesel pflege, machte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp unter anderem am stets großen Interesse der zivilen Besucher beim Tag der offenen Tür fest. Sie dankte den hiesigen Soldaten für die „wichtige, anspruchsvolle Aufgabe“.

Wer übrigens einen Blick ins Innere der Kaserne werfen möchte, sollte sich den 30. Juni vormerken: Dann öffnen sich wieder die Tore für Besucher.

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