Serie „Janz schön jeck“

Wie sich der Feldmarker Karneval entwickelte

Eine Karaoke-Show

Foto: Erwin Pottgiesser

Eine Karaoke-Show Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war den Feldmarkern wieder nach Feiern zumute. Doch damals liefen die Karnevalssitzungen noch anders ab.

Die junge Bundesrepublik war gerade ein Jahr alt, das Wirtschaftswunder noch in weiter Ferne, doch den Feldmarkern war schon wieder nach Feiern zumute. 1950 war es, als die erste Karnevalsveranstaltung im Saal Bauer über die Bühne ging. Mangels eines Stadtprinzen schwang Heinrich Reginald Anschütz alias Prinz Heinrich I. als erster Nachkriegsprinz das närrische Zepter. Die Sitzungen fanden in den 50er Jahren nicht nur mit ausschließlich männlichen Funkenmariechen, sondern auch stets an Sonntagen statt.

Zu groß war damals die Sorge der Kirche, dass samstägliche Feiern die Gläubigen vom Kirchgang am frühen Sonntagmorgen abhalten könnten. Die wilden Sechziger brachten dann auch im Feldmarker Karneval einige Neuerungen. Nicht nur dass mit Anni Dickmann die erste Frau als Funkenmariechen fungierte, auch in neuen Räumlichkeiten, wie im Saal Hasselmann (heute Pollmann) oder Hetzel (heute Restaurant Art) in Flüren, fanden närrische Treffen statt. Dabei war zeitweise der Andrang so groß, dass Busse eingesetzt wurden, um die Narren zu den Veranstaltungen zu bringen.

Geburtsstunde des Eselordens

Das Jahr 1971 war dann ein richtungsweisendes. Erstmals wurde mit dem neuen Karnevals-Komitee „Vor’m Clever Tor“, kurz KVC, gemeinsam in der Niederrheinhalle gefeiert. Bei der überaus erfolgreichen Premiere gab es einen legendären Auftritt von Wilhelm Schulte-Mattler als Esel, was sich als Geburtsstunde des berühmten Eselordens erweisen sollte. Dieser wurde bei der zweiten Gemeinschafssitzung ein Jahr später dann erstmals verliehen.

Die Erfolge machten aber auch deutlich, dass neue Strukturen im Karneval notwendig waren. Daher trafen sich am 21. Februar 1971 genau 30 jecke Feldmarker Gemeindemitglieder und nannten sich in Fortsetzung ihrer langen Tradition fortan Feldmarker Karnevals-Komitee oder kurz FKK. Erster Präsident dieses Zusammenschlusses war Heinrich Anschütz.

1980 das Weseler Prinzenpaar gestellt

Zu dieser Zeit wurde mit Doris Schlug auch eine Tanzgruppenleiterin gefunden, die sich künftig überaus erfolgreich um die FKK-Tänze, wie beispielsweise der „Hupfdohlen“ kümmern sollte. Zum 30. Geburtstag im Jahr 1980 stellten die Feldmarker mit Elmar I. (Schwedtmann) und Helga II. (Benninghoff) dann auch wieder das Weseler Prinzenpaar. Es folgten in diesem Jahrzehnt zahlreiche erfolgreiche Sitzungen, großartige Tanzdarbietungen und unvergessene Auftritte, etwa von den „Bauern“ oder der verrückten Familie. Zurückgehende Besucherzahlen sorgten schließlich dafür, dass das Ende der Gemeinschafts-Veranstaltungen kam und der FKK 1989 unter dem Motto „Zurück in die Feldmark“ wieder eine eigene Sitzung in der Bürgerhalle organisierte.

Es kam die Zeit der heute noch unvergessenen „Feldmarker Blagen“, der vielen Auftritte der „Hupfdohlen“, der tollen Rosenmontagswagen und des Jubiläumsprinzenpaares zum 50. Geburtstag des FKK – Monika IV. (Krebbing) und Jörg I. (Redmann) im Jahr 2000. In den vergangenen Jahren folgten die Gründung der „Mamas und Papas“ und viele gelungene Kostümfeste im Parkettsaal der Niederrheinhalle, bei Bauer oder in der Feldmarker Bürgerhalle. 2017 ging es zurück zu den Wurzeln und die große Karnevalssitzung wurde wieder gemeinsam mit den närrischen Kollegen des KVC organisiert.

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