Wo die Religion nicht frei ist

Wesel.   Der NRW-Wahlkampf neigt sich dem Ende – und auch die CDU im Kreis Wesel bot noch einmal einen prominenten Gast auf, um Kandidatin Charlotte Quik im Endspurt Rückenwind zu verschaffen: Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hielt am Dienstagnachmittag im Schützenhaus des BSV Friedrichsfeld ein Plädoyer für die Religionsfreiheit. Diese sieht er insbesondere dort eingeschränkt, wo der Islam Staatsreligion ist.

Der NRW-Wahlkampf neigt sich dem Ende – und auch die CDU im Kreis Wesel bot noch einmal einen prominenten Gast auf, um Kandidatin Charlotte Quik im Endspurt Rückenwind zu verschaffen: Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hielt am Dienstagnachmittag im Schützenhaus des BSV Friedrichsfeld ein Plädoyer für die Religionsfreiheit. Diese sieht er insbesondere dort eingeschränkt, wo der Islam Staatsreligion ist.

Das Thema beschäftigt den 67-Jährigen schon seit einiger Zeit, besonders, wenn es um den Schutz von Christen geht. Rund 100 Millionen von ihnen werden weltweit verfolgt, darauf wies die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss zu Beginn hin. „Mit seinem Engagement lebt Volker Kauder die christlichen Werte unserer Partei.“

Angesichts der jüngsten Wahlerfolge im Saarland und in Schleswig-Holstein machte der CDU-Politiker den Parteifreunden in NRW zunächst einmal Mut für den kommenden Sonntag: „Ich bin guten Mutes, dass wir das 3:0 schaffen.“

„Entchristianisierung“ droht

Dann verließ er den Schauplatz der deutschen Politik, um sich Ländern zu widmen, in denen es um Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit nicht so gut bestellt ist. Nordkorea steht da für ihn ganz oben, aber auch China, wo Christen ihren Glauben nicht frei leben könnten und daher häufig im Untergrund ausüben müssten.

Aber auch in vielen streng muslimisch geprägten Ländern würden Christen unterdrückt und verfolgt, zum Beispiel in Saudi-Arabien, wo schon der Besitz einer Bibel eine Gefängnisstrafe zur Folge haben könne. Kauder: „Sie können aus jeder Religion in den Islam konvertieren, aber nicht aus dem Islam hinaus.“ Auch Beispiele aus Pakistan und aus Ägypten führte er an – hier sorgten Anschläge auf koptische Christen in Kairo mit vielen Todesopfern, die vor allem durch die Muslimbrüder verübt wurden, zuletzt für Entsetzen.

Im Irak und in Syrien habe sich die Situation für Christen durch den Wegfall bzw. die Schwächung der Diktaturen nicht verbessert, sondern sogar dramatisch verschlechtert, weil radikale Kräfte wie der IS Menschen bedrohen und töten – nicht nur Christen, sondern auch Jesiden. In diesem Zusammenhang verteidigte Kauder die Entscheidung, Waffen an die Kurden zu liefern und forderte Hilfe für die Menschen in der Region.

Von der Türkei fordert der CDU/CSU-Fraktionschef, dass es Christen möglich sein müsse, Kirchen zu bauen. Glaubensfreiheit gehöre schließlich zu den europäischen Werten, „wer das nicht zulässt, ist Lichtjahre von dieser Wertegemeinschaft entfernt“, so Kauder mit Blick auf die türkischen Beitrittsgespräche mit der EU.

In Deutschland sieht der 67-Jährige nicht die Islamisierung des Landes als Thema, sondern die „Entchristianisierung, weil die Leute sich nicht mehr als Christen bekennen.“ Viel Zeit für Fragen blieb nach fast anderthalb Stunden nicht, das Zeitfenster war begrenzt. Die vielen Zuhörer verabschiedeten den Gast aus Berlin dennoch mit anhaltendem Applaus.

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