Ernährung

Zu gut für die Tonne! Wesels erste Lebensmittelretter

Markus Hülser-Kusch und Monika Hülser sind Weseler Lebensmittelretter.

Markus Hülser-Kusch und Monika Hülser sind Weseler Lebensmittelretter.

Foto: Erwin Pottgiesser / FFS

Wesel.  Tonnenweise wird noch genießbares Essen in den Müll geworfen. Dagegen wollen Markus Hülser-Kusch und Monika Hülser etwas unternehmen.

Die Bananen haben ganz leichte braune Stellen, die Möhren sind teilweise verkratzt und der Salat lässt einige seiner Blätter hängen – trotzdem sieht alles noch sehr lecker und schmackhaft aus. Markus Hülser-Kusch hat diese Lebensmittel kurz zuvor „gerettet“, wie er selber sagt, denn er ist gemeinsam mit seiner Frau Monika Hülser einer der ersten „Foodsaver“ (also Lebensmittelretter) in Wesel.

Seit wenigen Tagen hat das Paar aus Lackhausen die „Rettungsaktion“ der Nahrung vor der Mülltonne gestartet – über eine Whats-App-Gruppe sowie Facebook erreichen sie bereits etwa 25 Leute, die über „gerettetes“ Obst und Gemüse, aber auch über Brot, Brötchen und Milchprodukte informiert werden.

Gegen die Verschwendung

Der 36-jährige Vertriebsingenieur im Außendienst erklärt das System: „Foodsharing ist eine Organisation von ehrenamtlichen Foodsavern, die gegen Lebensmittelverschwendung sind.“

Dabei werden Kooperationen mit verschiedenen Lebensmittelbetrieben abgesprochen, so dass die „Retter“ die Lebensmittel abholen, die sonst weggeschmissen werden würden. Diese werden dann verschenkt.

„In großen Städten, aber auch in Dorsten und Xanten ist Foodsharing schon lange bekannt, in Wesel bauen wir es gerade auf“, ergänzt seine Frau, die 37-jährige Monika Hülser, die Realschul-Lehrerin in Kalkar ist.

Zwei Betriebe schon mit am Start

Zwei Weseler Lebensmittelmärkte lassen bereits die noch genießbare Nahrung in ihren Läden abholen, erläutert das Paar: Der neue Edeka-Markt Lurvink im Esplanade-Center sowie das Frischecenter Isik an der Dudelpassage machen schon mit.

Rund 15 aktive Helfer holen die noch genießbare Ware zu vereinbarten Zeiten ab – nachdem sich die Tafel bedient hat.

Keine Konkurrenz zur Tafel

„Wir sind keine Konkurrenz zur Tafel. Es sind genug Lebensmittel da. Jeder Discounter sortiert zwischen 16 und 20 Kisten aus – soviel kann die Tafel gar nicht ausgeben“, rechnet Hülser-Kusch vor.

Er sagt: „In Europa werden jährlich 90 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet, die noch genießbar wären.“

Dagegen möchten er und seine Frau nun aktiv gegensteuern. „Dafür brauchen wir natürlich engagierte ehrenamtliche Foodsaver“, erklärt der 36-Jährige und wirbt darum, mitzumachen.

Doch auch die Zahl der Betriebe, die Nahrungsmittel lieber abholen lassen statt in den Müll zu werfen, und auch die Abnehmerzahl der „geretteten Lebensmittel“ darf gerne noch steigen.

Interessierte Helfer, Betriebe oder auch Abnehmer können sich per Mail an markus-kusch@gmx.de oder auch per Telefon unter 0163-2929186 melden.

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