Gesundheit

Kleine Notfalldose im Kühlschrank kann Leben retten

Die Notfalldose ist nur zehn Zentimeter hoch. Sie sollte zuhause in einem Fach des Kühlschranks aufbewahrt werden.  Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Die Notfalldose ist nur zehn Zentimeter hoch. Sie sollte zuhause in einem Fach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Witten.   Bei einem Notfall zuhause kann eine kleine Plastikdose jetzt helfen, Leben zu retten. Weil sie alle wichtigen Angaben zum Patienten enthält.

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Ein medizinischer Notfall zuhause. Ein Kranker ist nicht ansprechbar oder steht unter Schock, reagiert nicht auf Fragen des Notarztes. Eine schwierige Situation für die Retter, die schnell wissen müssen, welche Erkrankungen der Patient hat, welche Medikamente er nimmt, worauf er allergisch reagiert. Ab sofort kann eine kleine Plastikdose im Kühlschrank diese Informationen liefern, so Dr. Harald Werner, Sprecher der Apothekerschaft in Witten.

Die Apotheken im EN-Kreis hätten den nur zehn Zentimeter hohen Lebensretter jetzt vorrätig, zu dem noch zwei Aufkleber und ein DIN-A4-Blatt gehören. Ein grün-weißer Aufkleber soll auf die Innenseite der Wohnungstür, der zweite von außen auf den Kühlschrank geklebt werden. Damit Helfer im Ernstfall wissen, dass dort eine Notfalldose steht, die ihnen wichtige persönliche und medizinische Angaben zum Patienten liefert. Diese sollten auf dem DIN-A4-Blatt im Inneren der Dose stehen. Werner: „Das hat sich schon in anderen Regionen Deutschlands bewährt.“

„Da geht Zeit für die richtige Diagnose verloren“

Thorsten Knopp, Ausbildungsleiter beim DRK-Kreisverband Witten, hält die Notfalldose für „längst überfällig“. Für das Wittener DRK, das diese auch verkauft, sagt er: „Wir würden uns wünschen, dass jeder so etwas im Haus hat.“ Knopps Erfahrung als Retter: „Wenn die Menschen, zu denen man gerufen wird, nicht ansprechbar oder nicht orientiert sind, fischt man manchmal im Trüben. Da geht entscheidende Zeit für die richtige Diagnose verloren.“

Der Infozettel in der Notfalldose kann solche Situationen verhindern helfen. Von ihm erfahren die Retter unter anderem den Namen, das Geburtsdatum und die Blutgruppe des Patienten, welche Menschen im Ernstfall informiert werden sollen, welche Erkrankungen vorliegen, welche Medikamente der Patient nimmt und welche er nicht verträgt. Knopp: „Dort steht auch, ob es eine Patientenverfügung gibt oder nicht.“ Der Bremer Hersteller der Notfalldose empfiehlt außerdem, eine Kopie des aktuellen Medikamentenplans mit in die Dose zu legen.

Angaben müssen immer aktuell sein

Kreisvertrauensapotheker Harald Werner weist darauf hin, dass die Apotheken beim Ausfüllen des Informationszettels helfen. Dr. Michael Laubmeister, leitender Notarzt im EN-Kreis, rät jedoch insbesondere älteren Patienten, das Infoblatt für die Dose mit dem Hausarzt auszufüllen. „Damit nichts vergessen wird.“ Sehr wichtig sei, „dass alle Angaben immer auf dem neuesten Stand sind“. Auch ein aktuelles Passfoto gehöre in die Dose. „Damit die Retter ganz sicher sind, dass die Informationen auch zu dem Kranken gehören, der behandelt werden muss.“

>>> HIER GIBT ES DIE NOTFALLDOSEN

Die Notfalldose gibt es in den Apotheken des EN-Kreises für etwa sechs Euro. Die Preise sind ein wenig unterschiedlich. Mehr Infos: www.notfalldose.de

Beim DRK-Kreisverband Witten (Annenstr. 9) erhält man die Dose für drei Euro: montags bis donnerstags von 8 bis 13 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr.

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