Gesundheit

Krankenkasse: Deutlich mehr Infektionen mit Rotaviren

Ärzte haben 2019 in Westfalen-Lippe deutlich mehr Infektionen mit Rotaviren gemeldet als noch 2018. 

Ärzte haben 2019 in Westfalen-Lippe deutlich mehr Infektionen mit Rotaviren gemeldet als noch 2018. 

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Witten  Weil es einen deutlichen Anstieg von Infektionen mit Rotaviren gibt, empfehlen Experten eine Schluckimpfung für Säuglinge.

In Westfalen-Lippe ist nach Angaben der AOK die Zahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Rotavirus-Fälle im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. So seien über 2600 Infektionsfälle gemeldet worden, 2018 waren es über 1500 Fälle. Auch bundesweit gebe es einen Anstieg der Fallzahlen, so die Kasse.

„Rotaviren sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern", so der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordwest, Tom Ackermann. Daher rate man Eltern, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern vorzunehmen.

Magen-Darm-Erkrankung kann bei Kleinkindern schwer verlaufen

Rotaviren verursachen Durchfälle, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. Sie reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeits- und Salzverlust. Da es keine Medikamente gegen Rotaviren gibt, werden nur die Beschwerden gelindert. Besonders wichtig ist es, genügend Flüssigkeit zuzuführen. Denn wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen werden kann, kann der Zustand lebensbedrohlich werden.

„Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt wird", so Ackermann. Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird, seien zwei oder drei Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von vier Wochen notwendig. Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, können sich auch Erwachsene mit dem Virus infizieren. Die Übertragung erfolgt meistens über eine Schmierinfektion.

Hände sollten immer wieder zwischendurch gründlich gewaschen werden

Die Ansteckung erfolgt über verunreinigte Gegenstände wie Handgriffe, Toiletten, Armaturen oder auch über Lebensmittel, auf denen Erreger haften. Neben Kleinkindern, die häufig die Hände oder Sachen in den Mund nehmen, sind aber auch Senioren und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem gefährdet. „Umso wichtiger ist es, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können", so Ackermann. Dazu gehört es, sich die Hände immer wieder zwischendurch gründlich mit Seife zu waschen und ein wirksames Desinfektionsmittel zu verwenden. Das Berliner Robert-Koch-Institut empfiehlt Produkte in der Wirkkategorie „begrenzt viruzid plus".

Mehr Informationen zum Thema Rotaviren und die wichtigen Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern gibt es unter www.aok.de/nw in der Rubrik Leistungen & Services im Internet.

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