Uni Witten/Herdecke

Raumnot: Wittener Studenten ziehen in Container

Die Uni Witten/Herdecke ist auf Wachstumskurs und benötigt dafür auch mehr Platz. Luftbild:

Die Uni Witten/Herdecke ist auf Wachstumskurs und benötigt dafür auch mehr Platz. Luftbild:

Foto: Hans Blossey

Witten.   Die Uni verdoppelt ihre Studienplätze für Humanmedizin. Da sie Räume braucht, lässt sie Container aufstellen und zieht auch in die Bahnhofstraße.

Im nächsten Sommer werden auf der grünen Wiese hinter der Uni Witten/Herdecke Container stehen. Nicht für Flüchtlinge, sondern für Studenten. Die Hochschule benötigt mehr Platz, weil sie die Zahl ihrer Humanmedizin-Studienplätze ab dem Sommersemester 2019 verdoppelt – von derzeit 42 pro Semester auf 84.

Rund 500 Humanmedizin-Studenten sind derzeit in Witten eingeschrieben. „2024 werden es rund 1000 sein“, sagt Uni-Präsident Martin Butzlaff. Um auf die zusätzlichen Studierenden im neuen Jahr vorbereitet zu sein, habe man in einer europaweiten Ausschreibung nach Containern gesucht.

Sie sollen zweistöckig hinter der Kindertagesstätte „Hui“ aufgestellt werden, dem „Kinderkeller“ an der Hochschule. Damit werde eine zusätzliche Fläche von 1022 Quadratmetern geschaffen, so Jan Peter Nonnenkamp, Kanzler der Universität. „Die klimatisierten Container sollen als Büro-, Labor- und Seminarräume genutzt werden.“

Anatomie zieht dauerhaft ins Wullener Feld um

Es handele sich um eine Übergangslösung für schätzungsweise zweieinhalb Jahre, wie Nonnenkamp betont. Denn die Uni, die sich in den kommenden Jahren stark erweitert, wird ein neues Campusgebäude für Seminar-, Labor- und Büroräume auf ihrem heutigen Parkplatz zwischen dem Hochschul-Hauptgebäude und dem FEZ bauen. Baustart soll Mitte 2020 sein.

Die Universität hat sich auch im Wullener Feld nach neuen Räumlichkeiten umgesehen. Und ist fündig geworden. Man wurde sich einig mit einem Unternehmen an der Gleiwitzer Straße, das rund 700 freie Quadratmeter anbieten kann. Kanzler Nonnenkamp: „Hier werden dauerhaft die Anatomie und der Mikroskopierraum unserer Humanmediziner einziehen. Beides findet man derzeit noch in unserem Hauptgebäude.“ Im neuen Jahr wird man Studenten aus der Alfred-Herrhausen-Straße auch in der Evangelischen Popakademie an der Ruhrstraße antreffen. Dort können sie einen großen Seminarraum mitnutzen.

Uni mietet sich auch in unterer Bahnhofstraße ein

Die Hochschule auf der grünen Wiese wächst in die Innenstadt hinein. Denn sie wird im neuen Jahr auch Mieter in der unteren Bahnhofstraße. Damit folgt sie – räumlich – der Studenteninitiative „Unikat-Club“, die bereits im Eckhaus Bahnhof-/Poststraße, dem früheren „Kempf-Haus“, renoviert. Dort entsteht auch ein Treffpunkt in Sachen Kultur. „Wir planen im Gebäude an der unteren Bahnhofstraße Seminarräume und werden diese wohl schon im ersten Halbjahr 2019 nutzen können“, sagt Präsident Martin Butzlaff. Vorher seien noch Umbauten notwendig.

Das „Entrepreneurship Zentrum Witten“ (EZW), dessen Mietvertrag im ZBZ an der Alfred-Herrhausen-Straße ausläuft, wird ebenfalls in dieses Gebäude ziehen. Das EZW unterstützt junge Leute und deren „Start-up“-Unternehmen – mit Rat und Tat sowie Räumen.

Bürgermeisterin hofft auf Belebung

Bürgermeisterin Sonja Leidemann hatte mit der Hochschulleitung im Vorfeld über ein Engagement auf der unteren Bahnhofstraße gesprochen. „Die Uni wird dort zu einer deutlichen Belebung beitragen“, sagte Leidemann auf Nachfrage unserer Zeitung.

>>> UNI STELLT NEUE PROFESSOREN EIN

  • Die Verdoppelung der Humanmedizin-Studienplätze ab 2019 hat auch neue Professorenstellen zur Folge. Derzeit sind 23 Hochschullehrer an der Uni im Department für Humanmedizin angestellt. Ab Februar kommen zwei weitere hinzu.

  • „Wir werden in den nächsten zwei Jahren weiter einstellen, um auf etwa 30 Professorenstellen zu kommen“, so Uni-Präsident Martin Butzlaff.

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