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Uni Witten stellt Bauantrag für neues Campusgebäude

Bauordnungsamtsleiter Rainer Lohmann (v.li.) stempelt den Eingang des Bauantrags für den Uni-Neubau. Dabei waren Architekt Markus Langer, Planungsamtsvize Barbara Bokel, Uni-Kanzler Jan Peter Nonnenkamp, Stadtbaurat Stefan Rommelfanger und Architekt Markus Willeke.

Bauordnungsamtsleiter Rainer Lohmann (v.li.) stempelt den Eingang des Bauantrags für den Uni-Neubau. Dabei waren Architekt Markus Langer, Planungsamtsvize Barbara Bokel, Uni-Kanzler Jan Peter Nonnenkamp, Stadtbaurat Stefan Rommelfanger und Architekt Markus Willeke.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Mit vier Aktenordnern rückte die Uni Witten am Donnerstag im Baudezernat an. Sie hat Großes vor. Deshalb kam der Kanzler höchstpersönlich vorbei.

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Nach der feierlichen Präsentation der Entwürfe vor einigen Wochen hat die Uni Witten/Herdecke am Donnerstag (14.11.) den Bauantrag für ihren 22 Millionen teuren Erweiterungsbau gestellt. Bei einem Ortstermin im Baudezernat hoben beide Seiten, Stadt und private Hochschule, die Bedeutung des neuen Campus hervor.

Nach den Forschungszentren FEZ (1995) und ZBZ (2008) „freuen wir uns, dass wir nach zehn Jahren nun einen neuen Impuls für Uni und Stadtentwicklung setzen“, sagte Stadtbaurat Stefan Rommelfanger. Ähnlich äußerte sich Kanzler Jan Peter Nonnenkamp. „Es ist wichtig, dass es städtebaulich passt.“ Dies habe ursprünglich auf drei Entwürfe zugetroffen. Am Ende machte das Berliner Architektenbüro Kaden+Lager mit einem spektakulären Holzbau das Rennen, einem der ersten dieser Art in Deutschland.

Bei der Prüfung des Bauantrags spielt der Brandschutz eine große Rolle

Bauordnungsamtsleiter Rainer Lohmann sagte zu, den Bauantrag bis zum geplanten Spatenstich im April zu bearbeiten. Gerade der Brandschutz sei eine große Nummer, so Lohmann mit Blick auf das Material Holz. Anderthalb Jahre soll gebaut werden. Spätestens im Herbst 2021, vielleicht ja auch schon im Sommer, will die Uni ihren neuen Campus eröffnen.

Die Jury aus Uni, Politik und Städtebauexperten hatte noch etwas nachgebessert und den viergeschossigen Bau mehr in die Mitte gerückt, so dass er nicht zu nah an dem bisherigen Hauptgebäude steht. Dazwischen soll noch genug Platz für die Anbindung ans Pferdebachtal sein. Das sieht Stadtbaurat Rommelfanger durch den Neubau auf dem bisherigen Parkplatz künftig deutlich besser an die Uni angebunden.

Ursprünglich war ein grüner Campus ganz ohne Autos in Witten geplant

Ursprünglich habe man einen grünen Campus ganz ohne Autos geplant, sagt Kanzler Jan Peter Nonnenkamp, der am Donnerstag mit Architekten und vier Aktenordnern in der Baubehörde anrückte. Nun, das wird er zwar nicht sein, aber zumindest „verkehrsarm“. 600 Fahrzeuge sollen im neuen Parkhaus verschwinden, das die Farbe Grün trägt und neben dem ZBZ gebaut wird. 280 Stellplätze muss die Hochschule anmieten.

Sie setzt vor allem auf Nahverkehr und Radfahrer. Vor und hinter dem Neubau sollen um die 500 Stellplätze, zum Teil überdacht, für Fahrradfahrer entstehen. Mit dem Umbau der Pferdebachstraße bekommen sie künftig vernünftige Radwege fast bis zur Uni, nur auf der Alfred-Herrhausen-Straße selbst müssen sie wieder auf die Fahrbahn.

Eng wird es allerdings vorübergehend mit dem Parken. Der Bau des Parkhauses, das in einem Jahr fertig sein soll, überschneidet sich teilweise mit dem Bau des neuen, gut 4000 m² (Nutzfläche) großen Seminargebäudes, das auch eine große Bibliothek auf mehreren Ebenen und einen Veranstaltungsraum für 350 Besucher vorsieht. „160 Parkplätze fallen weg. Dadurch wird es in der Übergangsphase eng“, sagt Kanzler Nonnenkamp. Deshalb habe man schon viele Ersatzparkplätze im Gewerbegebiet angemietet. Jetzt kann man sein Auto bereits auf dem früheren Ascheplatz unten an der Pferdebachstraße abstellen.

Zum neuen Vorplatz gehört auch ein Café mit Außengastronomie im Sommer

Zum Erweiterungsbau gehört ein Vorplatz, eben der Campus, mit einer langen roten Bank, sprich abgestuften Sitzflächen, analog zum „roten Sofa“ im Uni-Foyer. Ein Café, das im Sommer Stühle rausstellt, wird den neuen Holzbau auf der einen, die Bibliothek auf der anderen Seite abschließen.

Damit die Uni eines Tages nicht mehr nur am „Rand eines Gewerbegebiets“ steht, sondern sich ein wirklicher Campus entwickeln kann, wünscht ihr Stadtbaurat Rommelfanger zusätzliche Nutzungen wie Gastronomie und Wohnen. Wenn das Wiesenviertel da nicht eines Tages Konkurrenz bekommt...

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