Witten de luxe

Witten: Fotograf dreht Film über Luxusrallye „Lions Run“

Ein toller, aber anstrengender Job: der Wittener René Kwasny beim Dreh für den „Lions Run“.

Ein toller, aber anstrengender Job: der Wittener René Kwasny beim Dreh für den „Lions Run“.

Foto: Roll it-Films

Witten.  Ein Traumjob: Der Wittener René Kwasny durfte mit einem Filmteam eine Rallye von Luxuskarossen begleiten. Der Auftrag brachte ihn aber ans Limit.

René-Marcel Kwasny hat ein Luxus-Event der ganz besonderen Art begleitet. Der Wittener Fotograf wurde beauftragt, mit seiner Firma „Roll it Films“ die Autorallye „Lions Run“ („Löwenrennen“) im Sommer 2019 mit der Filmkamera zu begleiten. Neun Tage lang folgte sein Team den Nobelkarossen 2200 Kilometer durch halb Europa – von Rom bis Budapest. Entstanden ist dabei ein 28-minütiger Werbefilm auf Spielfilmniveau, der inzwischen schon in einigen Kinos zu sehen war.

Der „Lions Run“ gilt als die absolute Oberklasse der Autorallyes. 45 Fahrzeuge mit je zwei Mitfahrern haben an der Tour im Juli teilgenommen. Mit dabei war so ziemlich alles, wovon Autofans träumen. Porsche, Lamborghini, Ferrari, ein Mercedes McLaren, der E-Flitzer BMW i8 und Rolls Royce. „Da waren bestimmt Wagen für 15 Millionen Euro am Start“, zählt Kwasny zusammen. Und wer sind die Besitzer? „Autofans, Unternehmer, Erben. Deutsche, aber auch Amerikaner. Für die ist das wie Urlaub.“

Teilnehmer lassen sich die neuntägige Tour 12.500 Euro kosten

12.500 Euro lassen sie sich die neuntägige Tour kosten. Aber der Preis gehe okay, sagt der 24-Jährige. Dafür würden die Teilnehmer schließlich nicht nur in Fünf-Sterne-Plus-Hotels untergebracht. Sie bekämen auch viele „money-can’t-buy“-Erlebnisse geboten – also Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann. Ein Beschleunigungsrennen auf einem Flughafen zum Beispiel, eine von der Polizei eskortierte Straßenparade durch Rom oder eine Fahrt mit der Luxuskarosse auf einer echten Rennstrecke.

Wittener Fotograf: „Von morgens acht bis abends um elf haben wir gedreht“

Und die fotografische Betreuung gehört eben auch dazu. Praktisch rund um die Uhr begleiteten Kwasny und sein dreiköpfiges Team die Rallye-Gruppe. „Von morgens acht bis abends um elf haben wir gedreht, anschließend jede Nacht noch drei Stunden Daten gesichert und danach geschnitten – das war der anstrengendste Job, den ich je gemacht habe“, erzählt der Jungunternehmer. „Wir waren so am Limit, dass wir an einer Tankstelle sogar losgefahren sind, als der Schlauch noch im Tank steckte.“ Die große Mühe hatte ihren Grund. Bis morgens um elf sollte den Teilnehmern jeweils ein einminütiges Video vom Tag davor vorliegen. „Damit sie das in den sozialen Medien mit Freunden und Familie teilen konnten.“

Auf den Pickup wurde vorher ein Kamerakran montiert

Damit sich die Videos und auch der Abschlussfilm sehen lassen konnten, hatte René Kwasny vorab ordentlich investiert. Auf einen Pickup hatte er einen Kamerakran montieren lassen, der per Fernsteuerung und iPad aus dem Wageninneren gesteuert werden konnte. Über Bildschirme an den Kopfstützen konnte Crew die Bilder verfolgen.

Acht Kameras und eine Drohne waren im Einsatz, um alles Spektakuläre einzufangen. Insgesamt war Technik für 120.000 Euro mit dabei. Das Ergebnis: stolze fünf Terabyte (TB) Daten. Zum Vergleich: Auf einem TB könnten etwa 6,5 Millionen Dokumente gespeichert werden.

Mehrere Wochen dauerte es, bis Kwasny – wieder daheim – das Material gesichtet und für den Abschlussfilm kunstvoll mit vielen technischen Raffinessen und Special Effects geschnitten hatte. Unterlegt wurde alles mit passender Musik, die der Filmemacher von verschiedenen Künstlern organisiert hatte.

„Ich wollte nicht einfach die Hintergrund-Berieselung aus den gängigen Musiksammlungen, sondern echte Emotionen“, erklärt er. Das hatte allerdings seinen Preis. Um sich die Rechte an den Stücken zu sichern, musste der Wittener nicht nur lange warten, sondern auch mal eben für Verhandlungen mit einer Band bis nach Stockholm fliegen.

Aber schließlich war der Film fertig. Im Bochumer Union-Kino hatte er vor geladenen Gästen Premiere. Auch in Essen und in München war das Werk von der Luxus-Rallye bereits zu sehen. Viele Teilnehmer kamen, um das Ergebnis zu sehen. „Die waren alle total begeistert“, freut sich Kwasny. „Zwischen unserer Arbeit und der vom letzten Jahr lägen Planeten, hieß es.“ Diesem Lob stimmt auch Auftraggeber Sven Salamon zu. „Wir haben mit vielen Filmemachern zu tun. Aber von dieser Arbeit waren wir begeistert. Deshalb haben wir ja auch gleich Folgeaufträge mit ,Roll it’ abgeschlossen.“

Hier kann man sich den Film in voller Länge ansehen

René Kwasny will sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Der Film über den nächsten „Lions Run“ im Sommer 2020 – dann von Athen nach Wien – solle noch besser werden, versichert er. „Denn dann will ich damit eine richtige Geschichte erzählen.“

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