ÖPNV

Witten: SPD will kostenlosen Nahverkehr prüfen lassen

Wer kein Dauerticket für Bus und Bahn hat, muss sich Einzel- oder Vierer-Tickets kaufen. Da kommt schnell was zusammen. Unser Foto zeigt die Haltestelle am Rathaus in Witten.

Wer kein Dauerticket für Bus und Bahn hat, muss sich Einzel- oder Vierer-Tickets kaufen. Da kommt schnell was zusammen. Unser Foto zeigt die Haltestelle am Rathaus in Witten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services/Archiv

Witten.  Kostenloser ÖPNV in den Abendstunden etwa für Jugendliche und Nulltarife für Rentner? Die Wittener SPD will Bus und Bahn attraktiver machen.

Die Wittener SPD will den Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch kostenlose Angebote fördern. Der Verkehrsausschuss soll der Stadtverwaltung in seiner Sitzung am Dienstag (18.2., 17 Uhr, Sitzungszimmer 2, Rathaus) einen Prüfauftrag an den Kreis erteilen. Vier Varianten für eine Gratisnutzung werden vorgeschlagen. Davon könnten gerade Rentner und Jugendliche profitieren.

Wittener SPD-Fraktion fordert mehr Geld für ÖPNV

„In den ÖPNV muss künftig mehr Geld fließen“, untermauert die SPD-Fraktion ihre Forderung nach günstigen Angeboten. Klimawandel und nervige Verkehrsstaus machten deutlich, dass Bus und Bahn dringend attraktiver werden müssen. „Die Fahrpreise spielen eine wichtige Rolle, wenn mehr Wittener dazu gebracht werden sollen, ihre Autos künftig stehen zu lassen“, sagt SPD-Ratsherr Martin Rose.

Die Genossen wollen konkret wissen, wie teuer es käme, wenn bestimmte Nutzergruppen umsonst Bus und Bahn fahren könnten. Dabei denken sie etwa an Wittener Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, wenn sie ab 21.30 Uhr für den ÖPNV im Stadtgebiet nicht mehr bezahlen müssten. Da viele Schüler Langzeittickets hätten, dürfte sich die Kostenbelastung nach Ansicht der SPD in Grenzen halten.

Ohne Fahrschein ab 21.30 Uhr in Witten einsteigen?

Geprüft werden sollen aber auch die Kosten, die anfielen, wenn alle Wittener täglich ab 21.30 Uhr innerhalb des Stadtgebietes ohne Fahrschein einsteigen könnten oder ihre ab 18 Uhr gelösten Hinfahrt-Tickets als kostenloses Rückfahrt-Ticket gelten würden. Damit ließe sich mancher vielleicht von den Vorzügen des ÖPNV überzeugen und würde dann auch tagsüber öfter einsteigen, hofft Fraktionsvize Martin Kuhn. Man spare sich auch die lästige Parkplatzsuche.

Rentner und Hartz-IV-Empfänger sollen nicht außen vor bleiben. Auch für Menschen mit geringem Einkommen sei es wichtig, mobil zu bleiben. Konkret wird hier nach den Kosten gefragt, wenn Menschen ab 75 Jahren und Bezieher staatlicher Leistungen innerhalb Wittens gratis mit Bus und Bahn fahren dürften. Die SPD hebt dabei auch das Thema „Unfallschutz“ hervor. Mit einem Gratisangebot falle die Trennung vom Führerschein im gehobenen Alter leichter.

Wenn die Zahlen vorliegen, lasse sich beurteilen, was sich die Stadt leisten könne – ohne ihren Haushalt zu gefährden, so die SPD in ihrem Antrag an den Verkehrsausschuss.

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