Bittgottesdienst

Bad Laasphe: So geht Corona-konformer Bittgottesdienst

Daniela Achenbach (links) und Luisa Franke trugen bei den Gebeten ihr Scherflein zum Gelingen des Laaspher Bittgottesdienstes für die Einheit der Christen bei.

Daniela Achenbach (links) und Luisa Franke trugen bei den Gebeten ihr Scherflein zum Gelingen des Laaspher Bittgottesdienstes für die Einheit der Christen bei.

Foto: Jens Gesper / Kirchenkreis Wittgenstein

Der alljährliche Wechsel zwischen den Gotteshäusern brachte die Teilnehmer diesmal in der Katholischen Kirche St. Petrus und Anna zusammen.

Bad Laasphe. Die aktuellen Corona-Einschränkungen betrafen jetzt auch den Ökumenischen Bittgottesdienst für die Einheit der Christen. Aber trotz aller Unwägbarkeiten luden die katholische und die evangelische Kirchengemeinde vor Ort an Pfingstmontag gemeinsam zu der Traditions-Veranstaltung ein, die in der Lahnstadt seit Jahrzehnten ihren festen Platz im kirchlichen Veranstaltungskalender hat.

Der alljährliche Wechsel zwischen den Gotteshäusern der beiden Gemeinden in Bad Laasphe brachte die gemeinsame Gottesdienst-Gemeinde diesmal in der Katholischen Kirche St. Petrus und Anna zusammen. Rund 40 Gäste waren der Einladung gefolgt: Sie hatten sich angemeldet, ließen sich zu ihren markierten Plätzen führen, gaben ihre Namen an und verzichteten in diesem Jahr sogar – schweren Herzens – aufs Singen.

„Wir dürfen nicht singen“

Die frühere örtliche Gemeindereferentin und aktuelle Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates im Katholischen Pastoralverbund Wittgenstein, Rosemarie Biedermann, ordnete das in ihrer Begrüßung ein:

„Wir dürfen nicht singen, wir sitzen hier in weitem räumlichem Abstand. Ein ganz neues Zeichen der Wertschätzung. Ich halte Abstand, weil ich dich achte und deine Gesundheit schützen möchte. Vielleicht auch ein Zeichen für den Zustand der Ökumene: Wertschätzung auf Abstand.“

Über dem Gottesdienst stand „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ und damit ein Gedanke aus der Apostelgeschichte, die über die gastfreundliche Aufnahme von Paulus und seinen Mitreisenden auf der Insel Malta berichtet, nachdem diese dort zuvor Schiffbruch erlitten hatten.

Paulus und die Flüchtlinge von heute

Ein ganz aktuelles Thema auch für unsere Gegenwart, selbst wenn die Corona-Thematik derzeit wenig Raum für Anderes lässt, wie der evangelische Laaspher Pfarrer Dieter Kuhli in seiner Predigt unterstrich: „Dieselben Orte, die Lukas in seinem langen, zwei Kapitel umfassenden Bericht über die Seereise nennt, kommen wieder in den Geschichten heutiger Flüchtlinge vor.“

Ermutigt von der maltesischen Gastfreundschaft und dem Gottvertrauen des Apostels Paulus in der biblischen Geschichte formulierte Dieter Kuhli: „Ich wünsche uns, dass wir die Krisen unseres Lebens so mit Hoffnung und Glaubenszuversicht angehen können, wie Paulus das auf seiner Schifffahrt im Mittelmeer getan hat. Die gegenwärtige Corona-Krise – und was immer sonst noch an Krisen auf uns zukommen mag. Und dass wir dabei die anderen nicht aus dem Blick verlieren. Dass wir durch unser Verhalten mit dafür Sorge tragen, dass sie nicht auf der Strecke bleiben, sondern dass ihnen genauso geholfen werden kann wie uns selbst.“

Liedblatt trotz Sing-Verbots

Rosemarie Biedermanns Begrüßung, Dieter Kuhlis Predigt und das Liedblatt stehen auf der Wittgensteiner Kirchenkreis-Homepage zum Nachlesen und Herunterladen. Denn natürlich gab es für den Gottesdienst ein Liedblatt, auch wenn nicht gesungen wurde.

Das neu-notwendige Konzept funktionierte gut, ob nun die Gemeinde einzelne Liedstrophen wie ein Gebet gemeinsam sprach oder der Liturg den Text anderer Liedstrophen zitierte, während Organist Friedhelm Nicklaus die Melodie intonierte und sich dabei hörbar darüber freute, an diesem Morgen wieder einmal die größte Wittgensteiner Kirchenorgel zu spielen. Bei den Gebeten unterstützten Daniela Achenbach und Luisa Franke aus der Katholischen Kirchengemeinde Rosemarie Biedermann und Dieter Kuhli.

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