Bierflaschen

Brauerei-Chef Bosch: „Bitte bringt euer Leergut zurück!“

"Bitte bringen Sie unser Leergut in die Geschäfte zurück", ruft Brauerei-Geschäftsführer Hans-Christian Bosch alle Bierfreunden zu. Auf dem freien Platz im Hof rechts neben ihm lagern normalerweise bis zu 3000 Kästen mit 60000 leeren Flaschen der Größe 0,5 Liter. Heute ist der Platz leer.

"Bitte bringen Sie unser Leergut in die Geschäfte zurück", ruft Brauerei-Geschäftsführer Hans-Christian Bosch alle Bierfreunden zu. Auf dem freien Platz im Hof rechts neben ihm lagern normalerweise bis zu 3000 Kästen mit 60000 leeren Flaschen der Größe 0,5 Liter. Heute ist der Platz leer.

Foto: Christoph Vetter

Bad Laasphe.   Bosch-Brauerei wartet auf leere Flaschen, um abfüllen zu können. Das Bad Laaspher Unternehmen kann 2017 ein zweistelliges Wachstum verzeichnen.

In einem Appell an „unsere Bosch-Bier-Freunde“ hat die Bad Laaspher Privatbrauerei bereits vor Weihnachten im Internet dringend um die Rückgabe von Leergut gebeten, „damit wir weiter abfüllen können.“ Tatsächlich: Der Brauerei-Hof fällt durch Leere auf. Wo sonst rund 3000 Kisten mit Leergut lagern, steht heute – nichts. Anstatt wie üblich 50 000 halbe Literflaschen pro Tag ist am gestrigen Dienstag um die Mittagszeit bei exakt 9800 Flaschen Schluss, weil die Behältnisse fehlen.

2017 zweistelliger Wachstum

Was dahinter steckt, verrät Geschäftsführer Hans-Christian Bosch der Heimatzeitung mit einer überraschenden Begründung: „Wir haben nicht so schnell die Flaschen zurückbekommen, wie wir sie auffüllen wollten“. Dieser erhöhte Bierverkauf zum Jahresende hat der Laaspher Privatbrauerei einen bedeutenden Schub gegeben.

Bosch: „Wir sind im Jahr 2017 zweistellig gewachsen, während andere Brauereien ein Minus von drei Prozent melden. Deshalb sehen wir den Leergut-Engpass auch nicht dramatisch.“ Die Zufriedenheit im Gesicht des Unternehmers angesichts der erfreulichen Entwicklung ist nicht zu übersehen; denn „die Dynamik im Bier-Absatz in Bad Laasphe ist wohl der Hauptgrund für den kleinen Engpass,“ vermutet Hans-Christian Bosch.

Bier – das ist ein Saisongeschäft

Zwar sie diese Leergut-Situation ungewöhnlich, aber „das passiert alle paar Jahre“, so der 39-Jährige. Für die Brauereien sei der Bierverkauf ein Saisongeschäft: „Im Sommer sind die Leute bei gutem Wetter konsumfreudiger, viele grillen, und es gibt die ganze Reihe der Schützenfeste und anderer größerer Feierlichkeiten,“ da werde schon einiges getrunken.

Während dann der November ein eher schwacher Monat sei, gehe der Umsatz im Dezember noch einmal hoch. „Die Menschen wollen dem Weihnachtsbesuch ein gutes Bier anbieten. Deshalb kaufen sie bei Aktionen bis zu sechs Kisten, und die sind dann über einen längeren Zeitraum dem Mehrweg-Pool entzogen“. Auch große Getränkelogistiker würden Weihnachten und zum Jahreswechsel eher Waren für ihre Kunden beschaffen als einen Lkw mit Leergut loszuschicken.

Kurzfristig geht gar nichts

Kurzfristig neue Bierrahmen oder Flaschen zu beschaffen sei schwierig und dauert bis zu einem Vierteljahr. „Das geht leider nicht von heute auf morgen“. So begründet der Geschäftsführer, dass er nicht durch Neukauf dem Problem entgegentreten konnte. Aber das sei nun gelöst, denn mittlerweile hat der Rückfluss an leeren Flaschen eingesetzt. Deshalb werde das Unternehmen für die neue Saison gerüstet sei, bei der , so Bosch, „wir ganz besonders stolz darauf sind, dass wir die Feierlichkeiten in den Jubiläumsdörfern Feudingen und Dotzlar mit unserem Handwerksbier begleiten dürfen.“

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