Heimat-Check

Wittgensteiner mit medizinischer Versorgung mäßig zufrieden

Die medizinische Versorgung bekommt eine 2,82

Die medizinische Versorgung bekommt eine 2,82

Foto: Tom Weller / dpa

Wittgenstein.  Bad Laasphe ist erneut das Schlusslicht, Erndtebrück liegt vorn: Im Schnitt bekommt Wittgenstein von den Bürgern eine 2,82.

Eine 2,82 bekommt ganz Wittgenstein im Schnitt von den Teilnehmern des HeimatChecks in Sachen medizinischer Versorgung. Nur Menden (2,86) und Hagen (2,89) haben im Vergleich insgesamt schlechter bei ihren Bürgern abgeschnitten. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt: Bad Laasphe ist erneut das Schlusslicht, Erndtebrück liegt vorn.

Bad Berleburg

Bad Berleburg erhält im Schnitt von seinen Bürgern eine 2,74 für die medizinische Versorgung vor Ort. „Die medizinische Versorgung hier vor Ort finde ich gut — ich bin sehr zufrieden. Gerade im Bezug auf meine seltene Erkrankung (systemischer Lupus erythematodes) habe ich mich hier immer sehr gut aufgehoben und top betreut gefühlt.

In Wittgenstein sind fast alle Fachärzte, die man sich wünschen kann, vertreten. Dafür, dass wir eine recht kleine Kommune sind, sind wir hier echt super aufgestellt. Natürlich gibt es Menschen, die auch negative Erfahrungen gemacht haben — aber die gibt es überall — in jeder Stadt, in jedem Krankenhaus, in jeder Arztpraxis“, erklärt Annedor Wilson aus Bad Berleburg ihr Empfinden.

Martina Trapp aus Bad Berleburg sieht es hingegen ein wenig anders: „Ich finde, dass wir in Wittgenstein

zu wenig und ständig wechselnde Ärzte haben. Auf Termine muss man außerdem oft ewig warten.“ Ein Teilnehmer des Heimat-Checks kritisierte zudem, dass die Kinderärztliche Versorgung am Wochenende ungenügend sei.

„Ich bin mit der medizinischen Versorgung in Wittgenstein grundsätzlich zufrieden. Bei den meisten Ärzten fühle ich mich gut aufgehoben. Allerdings muss man oft weitere Wege in Kauf nehmen, wenn man bestimmte Fachärzte benötigt. Außerdem muss man oft sehr lange auf Termine warten“, macht Silke Rothenpieler aus Bad Berleburg deutlich.

Erndtebrück

Eine 2,72 gab es für die medizinische Versorgung in Erndtebrück – damit ist die Edergemeinde Spitzenreiter, knapp vor Bad Berleburg. „Ich bin mit der medizinischen Versorgung relativ zu frieden. Jedoch fühle ich mich bei den Ärzten nicht richtig verstanden.

Und es fehlt mir häufig an intensiverer Aufklärung“, macht Sigrid Bald aus Erndtebrück in der Umfrage

deutlich. Ein Teilnehmer des Heimatchecks kommentierte: „Hausärztlich sind wir mit Dr. Haas gut versorgt, Fachärzte gibt es in 15 bis 50 Kilometern Entfernung.“

Kritisch äußerte sich Jennifer Huckauf aus Erndtebrück: „Der medizinischen Versorgung in Erndtebrück fehlt leider ein sehr wichtiger Bezugspunkt. Das ist ein Kinderarzt. Denn die nächstgelegenen Kinderärzte sind mindestens 18 Kilometer weit weg. Ich sehe dort großen Bedarf, allein in meiner Straße gibt es mehr als 20 Kinder.“

Bad Laasphe

Erneut das Schlusslicht im Wittgensteiner Heimat-Check ist Bad Laasphe. Mit einer 2,99 kommt die Lahnstadt im Vergleich zu den beiden anderen Wittgensteiner Kommunen schlecht weg. „Keine Fachärzte“, kommentierte zum Beispiel ein Teilnehmer des Heimat-Checks.

„Ich habe einen guten Hausarzt, dort fühle ich mich gut betreut und bin auch zufrieden. Wenn mal etwas ist, werde ich dort gut versorgt. Aber wenn man mal einen Facharzt braucht, muss man schon länger suchen und dann meistens auch noch lange warten. Aber das ist wohl in einer Kleinstadt so“, berichtet Kerstin Langenbach aus Bad Laasphe.

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