Betuwe

„Widerstand ist angesagt!”

Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool

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Emmerich. Die Bürger zwischen Emmerich und Oberhausen haben die Nase voll: Neue Initiativen gegen die Betuweplanungen der Bahn. Lions-Club Emmerich rät den Bürgermeistern: "Legen Sie jede vornehme Zurückhaltung ab. Setzen Sie sich an die Spitze eines solchen Widerstandes"

Der Unmut über die Planungen der Betuweroute nimmt zu. Der Lions Club Emmerich hat mit Empörung auf das Vorhaben der Bahn reagiert, die Blockverdichtung ohne Lärmschutz einzuführen. Der Lions Club sieht darin einen Vertragsbruch der Bahn. Alle wichtigen Politiker erhielten jetzt einen Fragenkatalog. Die Antworten von Bodo Wißen (SPD) und Manfred Palmen (CDU) seien bislang unzureichend gewesen, so Wim Abbing, Vorsitzender des Clubs.

Das Ergebnis des Gespräches zwischen Bahn, Bund, Land und den Bürgermeistern lasse nichts Gutes erahnen. Die Bahn sei nicht bereit, den Städten auch nur im Geringsten entgegenzukommen. Sie ziehe „ihr Ding durch – koste uns das, was es wolle, auch unsere Gesundheit.” Der Lionsclub fordert daher: „Keine weiteren Resolutionen! Intelligenter rechtmäßiger Widerstand ist angesagt!” Und an die Bürgermeister gerichtet: „Legen Sie jede vornehme Zurückhaltung ab. Setzen Sie sich an die Spitze eines solchen Widerstandes, zeigen Sie, dass man uns so nicht behandeln kann. Mobilisieren Sie die Öffentlichkeit!”

50 Prozent Wertverlust

Eine Forderung, die auch die Bürgerinitiative IG BISS unterstreichen kann. Die Gruppierung hatte am Dienstagabend eingeladen, um über Erschütterungsschäden und Wertverluste von Immobilien entlang der Bahn aufzuklären. Ralf Laarmann, zertifizierter Sachverständiger, sagte, dass die Anwohner der Bahn damit rechnen müssen, dass ihre Immobilien um bis zu 50 Prozent an Wert verlieren. Diese Wertverluste werden nicht ausgeglichen. „Wir allein haben die Verluste zu tragen”, Jan Laarakker.

Auch seien erheblich Schäden durch Erschütterungen zu befürchten. Laarmann klärte auf, dass man bereits heute eine gutachterliche Beweissicherung in Auftrag geben könne, um den Ist-Zustand des Hauses zu dokumentieren. Sollten sich später Risse im Mauerwerk ergeben, erleichtere dies die Beweisführung gegen die Bahn. Eine kleine Beweissicherung koste 350 Euro, so Laarmann.

Die IG BISS macht darauf aufmerksam, dass nicht nur unmittelbare Bewohner der Bahnstrecke betroffen sind. Durch die veränderten Verkehrsführungen werden möglicherweise andere Straßen stärker belastet. Durch die Lärmschutzwände werde der Schall auch an entfernteren Stellen zu hören sein.

www.betuwe-sicherheit.de

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