Coronavirus

Corona: 95 Prozent der Flüge in Düsseldorf fallen aus

Fast Menschenleer: Der Düsseldorfer Flughafen während der Corona-Krise. Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Fast Menschenleer: Der Düsseldorfer Flughafen während der Corona-Krise. Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Düsseldorf  95 Prozent der Flüge am Düsseldorfer Flughafen fallen in der Corona-Krise aus. Ein Schwerpunkt des aktuellen Flugplans: Rückholflüge.

Wer derzeit die Anzeigetafel am Düsseldorfer Flughafen beobachtet, erhält schnell einen Überblick über das Geschehen. Wo sonst mehrere Flüge innerhalb weniger Minuten die Urlauber in verschiedene Himmelsrichtung fliegen, klaffen aktuell zwischen den Starts große zeitliche Lücken. Am Montag hob der Eurowings-Flieger um 12.40 Uhr Richtung Palma de Mallorca ab. Erst 25 Minuten später folgte die Maschine nach Wien. Am Nachmittag lagen zwischen zwei Starts vier Stunden Abstand.

Corona: Flughafen Düsseldorf passt Infrastruktur an

"Das Verkehrsaufkommen bewegt sich aktuell bei lediglich etwa fünf Prozent des für diese Jahreszeit üblichen Volumens", sagt Christian Hinkel, Pressesprecher des Düsseldorfer Flughafen. Da der Flughafen aber aufgrund seiner Größe als systemrelevant gilt, "ist er für die Versorgung und Logistik in NRW unverzichtbar", erklärt Hinkel. Und so würden in erster Linie Rückholflüge sowie Medizin-, Sonder- oder Frachtflüge stattfinden. Die Infrastruktur habe der Airport angepasst: Alle Passagiere werden über den Flugsteig A abgefertigt, Parkplätze wurden reduziert und die Schranken auf der Abflug- und Ankunftsebene bleiben derzeit dauerhaft geöffnet.

Bei der Airline Eurowings ist der Flugbetrieb derzeit eingeschränkt, der Schalter am Düsseldorfer Flughafen ist aber weiterhin geöffnet. Von Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn "bieten wir aktuell eine Art Grundversorgung an", erklärt Laura Karsten, Pressesprecherin von Eurowings. "Wir bieten ungefähr zehn Prozent der Flüge aufgrund der Krise an." Dementsprechend fallen derzeit 90 Prozent der regulären Verbindungen aus. Angeflogen werden derzeit "ausgewählte europäische Metropolen", wie zum Beispiel Wien oder London. Aber auch innerdeutsche Verbindungen nach Hamburg oder Berlin werden bedient.

Schwerpunkt in der Corona-Krise: Rückholflüge

Wer aktuell mit der Airline abheben will, dem empfiehlt Eurowings sich auf der eigenen Homepage oder der Website des Auswärtigen Amtes über die Vorgaben bei der Beförderung zu informieren. Wer bis zum 31. Mai nicht fliegen kann oder möchte, der erhält bis zum 14. April einen Gutschein im Wert des Flugpreises.

Schwerpunkt innerhalb des reduzierten Flugplans seien die Rückholflüge, erklärt Laura Karsten. "In den letzten vier Wochen hat Eurowings auf mehr als 100 Flügen rund 20.000 Passagiere nach Hause geflogen." Dabei ging es vor allem um Fluggäste aus Urlaubsregionen wir Ägypten, Marokko oder die Kanaren. In Düsseldorf seien laut Flughafensprecher Hinkel jüngst 60 Eurowings-Sonderflüge gelandet. Der Großteil der Rückkehrer "ist aber mit 'normalen' Linien- und Chaterflügen nach Düsseldorf gekommen", sagt Hinkel.

52.500 Fluggäste bei Corona-Rückholaktion

Insgesamt hat die Lufthansa Group - dazu zählt auch die Fluggesellschaft Eurowings - "bereits 274 Rückholflüge aus 60 Zielorten weltweit absolviert", erklärt Lufthansa-Pressesprecher Michael Lamberty, darunter auch Flüge aus Sydney, Buenos Aires und Kapstadt. "Insgesamt 52.500 Fluggäste waren an Bord", erklärt er. 46 weitere Flüge seien in Vorbereitung.

Doch nicht nur die Passagiere bekommen die Corona-Krise zu spüren, auch an den Mitarbeiter der Lufthansa Group geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Am 26. März hat der Konzern bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt. "Diese Vereinbarungen betreffen die großen Mitarbeitergruppen am Boden und in der Kabine", sagt Lamberty. Für diese Mitarbeiter "stockt Lufthansa das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent auf". Kurzarbeit für die Führungskräfte sei in finaler Abstimmung. Nach Informationen der dpa sollen diese Regelungen bis zum 31. August gelten und 31.000 Mitarbeiter betreffen.

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