Fälschung

Corona: Herbstferien fallen aus? Behörde warnt vor Fake News

Es kursieren derzeit viele Fake News über das Coronavirus. Nun warnt auch die Bezirksregierung Arnsberg vor einer Meldung, die in der Region verbreitet wird.

Es kursieren derzeit viele Fake News über das Coronavirus. Nun warnt auch die Bezirksregierung Arnsberg vor einer Meldung, die in der Region verbreitet wird.

Foto: Markus Scholz / dpa-tmn

Arnsberg.  Die Bezirksregierung Arnsberg warnt vor Fake News auf WhatsApp und Twitter. Behörde stellt klar: Die Herbstferien fallen nicht aus!

Ein Tippfehler im letzten Wort sollte eigentlich das Misstrauen wecken - wenn es schon nicht der Inhalt der Meldung an sich tut und das Datum. 1. April: Angeblich sollen in NRW wegen Corona die diesjährigen Herbstferien ausfallen. So steht es in einem Brief mit Briefkopf der Bezirksregierung Arnsberg, der sich auch an diesem Donnerstag noch auf sozialen Medien in der Region verbreitet. Die Bezirksregierung hat deshalb jetzt mit einer offiziellen Warnung reagiert: "Diese Nachricht ist eine Fälschung!"

"Die angebliche Presseinformation ist offensichtlich eine Falschnachricht und stammt nicht von der Bezirksregierung Arnsberg", teilt die Behörde mit. In lokalen und regionalen WhatsApp-Gruppen und auf Twitter verbreite sich die Fälschung jedoch nach wie vor, habe die Behörde aus mehreren Kommunen erfahren, berichtet Anna Carla Springob, Social-Media-Managerin der Bezirksregierung, am Donnerstag: "Wir bitten alle, diese Fake-Meldung nicht mehr weiter zu verbreiten", sagt sie.

Fake News zu Ausfall der Herbstferien: "Wissensdefizit ausgleichen"

"Durch das Coronavirus ist an den Schulen in NRW eine erhebliche Anzahl an Unterrichtsstunden ausgefallen", heißt es in der Fake-Mitteilung. Deshalb würden die Herbstferien 2020 ausfallen, damit die Schulen "das entstandene Wissensdefizit ausgleichen" könnten. Als Quelle wird ein "Erlass 08/15" angegeben.

Dies und das Verbreitungsdatum 1. April mag Hinweis auf einen Aprilscherz sein. Bei der Bezirksregierung Arnsberg spricht man jedoch von einem "ganz schlechten Aprilscherz", sagt Springob, zumal wir "in aufgeladenen Zeiten leben".

Bezirksregierung prüft rechtliche Schritte

Ein User auf Twitter hatte die Bezirksregierung am Mittwochabend gegen 19.46 Uhr auf die Fälschung aufmerksam gemacht und sich erkundigt, ob der Inhalt stimme. "Drei Minuten später haben wir klar gestellt, dass es eine Falsch-Nachricht ist", berichtet Springob.

Die Bezirksregierung prüfe nun rechtliche Schritte gegen den oder die Urheber, sagt die Sprecherin. Immerhin haben der oder die Fälscher oder Fälscherinnen den echten Briefkopf der Bezirksregierung für ihren Fake-Brief verwendet - "das ist Urkundenfälschung".

Fälschungshinweis auch im allerletzten Wort

„Wir appellieren an alle Bürger/innen gerade in Zeiten der Corona-Pandemie nur offizielle Nachrichtenquellen zu nutzen und keine Falschinformationen zu verbreiten. Auch die Bezirksregierung Arnsberg stellt daher auf ihrer Website und auf ihrem Twitter-Account @BezRegArnsberg laufend Informationen zur Verfügung“, sagt Springob. Offizielle Presseinformationen der Bezirksregierung sind öffentlich einsehbar unter: https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/index.php.

Der genaue Blick auf das Schreiben offenbart zudem noch einen Fälschungs-Hinweis, verlangt aber sehr aufmerksames Lesen bis zum letzten Wort. Das im Behördenstil verfasste Schreiben trägt am Ende einen Namen mit Dienstrang. Es stammt angeblich von einem "Oberminestrialschulrat".

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