Auszeichnung

Freddy-Fischer-Stiftung und NRZ zeichnen junge Menschen aus

Die Verleihung des Freddy-Fischer-Solidaritätspreis 2019 fand in Essen statt.

Die Verleihung des Freddy-Fischer-Solidaritätspreis 2019 fand in Essen statt.

Foto: Fabian Strauch

An Rhein und Ruhr.  Jugendliches Engagement: In Essen wurden die Preise an die Gewinner des „Solidaritätspreises 2019“ von Freddy-Fischer-Stiftung und NRZ übergeben.

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Was es alles gibt! Jugendliche, die Kindersportgruppen leiten, die mit tollen Ideen in ihren Kirchengemeinden aktiv sind, die sich ehrenamtlich in Vereinen und Parteien engagieren, die sich für den Klimaschutz stark machen, die ausgesetzte Tiere aufpäppeln, die in Jugendzentren Jüngeren bei den Hausaufgaben helfen, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen … Die Liste lässt sich fortsetzen - und zwar in beeindruckender Länge. Solle noch mal einer behaupten, junge Leute von heute interessierten sich nur für die digitale Welt und nicht für die reale. Stimmt nicht!

Das ist nicht selbstverständlich

Doch ist Engagement selbstverständlich? Nein, ist es natürlich nicht. Und deshalb haben die NRZ und die Freddy-Fischer-Stiftung in diesem Jahr den Solidaritätspreis unter das Motto „Jung. Engagiert. Hilfreich“ gestellt. Wir möchten damit junge Menschen auszeichnen, die sich unentgeltlich einbringen und sich für andere einsetzen. 35 tolle Bewerbungen haben uns erreicht, die eine eindrucksvolle Bandbreite dessen abbilden, wofür Ehrenamt heute stehen kann und die dokumentieren, in wie vielen Bereichen sich Jugendliche ehrenamtlich engagieren: Sport, Klimaschutz, Soziales, Politik, Bildung, Kultur, Kirche, Tierschutz.

Alle hätten es verdient

Die Jury war sich einig: Alle vorgeschlagenen Jugendlichen und ihre Projekte hätten eine Auszeichnung verdient, deswegen dürfen sich alle als Gewinner fühlen, auch wenn sie diesmal keinen Preis bekommen. Am Ende entschied sich die Jury, acht Preise zu vergeben. Und das sind die Preisträger:

1. Preis:

U25 Gelsenkirchen: Die Mitarbeiter von U25 Gelsenkirchen sind echte Krisenhelfer. Sie begleiten und beraten selbstmordgefährdete Jugendliche - und zwar online. Betroffene in Krisensituationen können sich auf der Webseite der Beratungsstelle anonym und kostenlos anmelden und erhalten dann innerhalb von 48 Stunden per Mail Antwort und Hilfe.

Träger des Projekts ist der Caritasverband Gelsenkirchen. Das Besondere an U 25: Nicht nur die Zielgruppe ist jung, sondern auch die Berater selbst. Es sind Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die ihre ehrenamtliche Tätigkeit nach einer fundierten Ausbildung antreten.

2. Preis:

Fußballtrainer, Umweltschützer - Lukas Stemper hat einige Talente. Der 20-jährige Maschinenbaustudent aus Oberhausen hat schon als Oberstufenschüler bei „Jugend forscht“ die Spuren des Mikroplastiks in unserem Abwasser verfolgt. Sein freiwilliges ökologisches Jahr absolvierte er bei der Naturschutzjugend (Naju), seither engagiert er sich dort ehrenamtlich. Nebenher trainiert er die C-Jugend von Schwarz-Weiß Altstaden.

3. Preis:

Das Schicksal von Flüchtlingen beschäftigt auch den Düsseldorfer Kevin Hunder-Conolly. Der 15-Jährige ist ein talentierter Pianist, er entschloss sich, sein Talent dazu zu nutzen, um gemeinsam mit Freunden Benefiz-Konzerte zu geben, um Flüchtlinge zu unterstützen.

10.000 Euro sind auf diese Weise bereits zusammengekommen. Genutzt werden sie, um damit Flüchtlingen Musikunterricht zu ermöglichen, weil Kevin davon überzeugt ist, dass Musik hilft, um in einem neuen Land heimisch zu werden.

4. Preis:

Die Essenerinnen Alissa Fischer (13), Evelyn Gellert (13) und Valerie Gellert (15) sind ehrenamtliche Allroundtalente. Alle drei engagieren sich beim Kinderturnkurs in ihrem Sportverein TuS Altenessen 1919. Alissa trainiert überdies Kinder beim Rhönradturnen, Alissa und Evelyn helfen in der Schulmensa beim Essens- und Getränkeverkauf mit, Valerie unterstützt Kinder beim Schulschwimmen, Evelyn und Alissa sind als Schulsanitäter im Einsatz. Also, ein ganz schönes Ehrenamtspaket, das die drei da geschultert haben.

5. Preis:

Kurusanth Pararajasekaram (21) und Aran Salih (19) engagieren sich beide im Lernhaus in der Essener Innenstadt, das Kinder aus benachteiligten Familien unterstützt und fördert. Kurusanth, dessen Eltern aus Sri Lanka stammen, leitet eine Jungengruppe, in der gemeinsam gekocht, gewerkelt und Fußball gespielt wird. Neuerdings bietet er auch ein Musikprojekt an, bei dem komponiert, gerappt und gesungen wird.

Aran ist im Sportbereich aktiv und motiviert Jugendliche über Ballsport und Boxen zum Lernen. Derzeit plant er regelmäßige Diskussionsrunden mit Jugendlichen, die sich um Zukunftsthemen drehen sollen.

6. Preis:

Die Jugendtierschutzgruppe des Tierheims Moers: 20 Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren kümmern sich nicht nur um die vierbeinigen Tierheimbewohner, sondern befassen sich auch mit Themen wie Müll in den Meeren oder dem Wolf am Niederrhein. Jetzt plant das junge Team eine „Kids-Sprechstunde“, bei der die Jugendlichen Gleichaltrige auf Augenhöhe zur Anschaffung von Haustieren und zur artgerechten Tierhaltung beraten.

7. Preis:

Der Donnerstagnachmittag ist ein fester Termin im Wochenplan von Lea Sänger, Natalie Wacker und den Kindern aus einem Flüchtlingsheim in Kamp-Lintfort. Immer donnerstags bieten die beiden 16-jährigen Schülerinnen dort nämlich Spielstunden an.

Sie erfinden dafür selber Spiele, toben und basteln mit den geflüchteten Kindern. Vermittelt wurden sie dahin von der Freiwilligenagentur „Kaliaktiv“ („Kali“ steht für „Kamp-Lintfort“), nachdem sich die beiden dort gemeldet hatten, weil sie sich gerne in der Flüchtlingshilfe engagieren wollten. Das Lachen der Kinder sei ihre größte Belohnung, sagen die beiden.

8. Preis:

Nico Jarzynski und Andre Knoll: Die 17 und 18 Jahre alten Jungs aus Essen unterstützen in zwei Jugendzentren Kinder bei den Hausaufgaben, spielen mit ihnen, betreuen Gruppen. Nico im Don-Bosco-Club, Andre in der Freien Schule in Essen-Katernberg. Beide haben damit einen Rollenwechsel vom Nehmenden zum Gebenden vollzogen, denn als Kinder haben sie selbst vom Angebot der beiden Häuser profitiert. Inzwischen zählen sie zum festen Bestandteil der jeweiligen Ehrenamtsteams.

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