Jurysitzung

Solidaritätspreis: Fünf Preisträger - und viele Gewinner

Hatte eine schwere Wahl: die Jury zur Vergabe des Solidaritätspreises von NRZ und Freddy Fischer-Stiftung. Von links:Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim, Lydia Kiriakidou (Jugend- und Schulamt Kamp-Lintfort), Reinhard Wiesemann (Gründer „Unperfekthaus“, „Generationenkulthaus“), Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet, Preis-Stifter Freddy Fischer und Arnd Brechmann (Sparkasse Essen).

Foto: Volker Hartmann

Hatte eine schwere Wahl: die Jury zur Vergabe des Solidaritätspreises von NRZ und Freddy Fischer-Stiftung. Von links:Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim, Lydia Kiriakidou (Jugend- und Schulamt Kamp-Lintfort), Reinhard Wiesemann (Gründer „Unperfekthaus“, „Generationenkulthaus“), Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet, Preis-Stifter Freddy Fischer und Arnd Brechmann (Sparkasse Essen). Foto: Volker Hartmann

An Rhein und Ruhr.   Aus 40 Vorschlägen musste die Jury des Solidaritätspreises von NRZ und Freddy Fischer-Stiftung wählen. Die Entscheidung fiel schwer.

Das hat viel Spaß gemacht, weil man über tolle Menschen lesen konnte. Es war aber auch ein wenig traurig, weil nicht alle einen Preis bekommen können. „Alle hätten es verdient gehabt“, stellte Preis-Stifter Freddy Fischer fest. 40 Vorschläge für den diesjährigen Solidaritätspreis von Freddy-Fischer-Stiftung und NRZ sind in den vergangenen Wochen in der Redaktion eingegangen. Über manche haben wir schon berichtet, andere Aktionen und Initiativen waren uns bis jetzt neu.

Bildung steht im Mittelpunkt

Alle haben einen gemeinsamen Leitgedanken: Sie setzen sich für Kinder und Jugendliche ein, die es nicht einfach haben, weil sie im Elternhaus nicht so gut wie die anderen Kinder gefördert werden (können). Ohne Bildung keine Zukunftschancen. Das ist in diesem Jahr das Thema des 4. Solidaritätspreises, den die NRZ zusammen mit der Essener Freddy-Fischer-Stiftung ausgelobt hat.

Sieben Jury-Mitglieder arbeiteten sich diesmal durch die Bewerber-Akten (siehe Foto rechts), ein jedes hatte seine Favoriten. „Wir konnten nicht die Spreu vom Weizen trennen“, so NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet, „sondern mussten Weizen von Weizen unterscheiden.“

Am Ende gab’s dann doch ein Ergebnis: Es wird drei Hauptpreise geben, die mit 3000, 2000 und 1000 Euro dotiert sind. Den vierten Platz teilen sich zwei Ehrenamts-Initiativen (je 500 Euro). Und dann gibt es noch eine Dankes-Urkunde, Blumen und Bücher für Marie Stangenberg aus Rheurdt: Die 80-Jährige hilft Kindern von Asylbewerbern bei den Hausaufgaben, geht als „Vorlese-Oma“ in den Kindergarten und sammelt Spenden für Aids-Waisen in Afrika.

Wer welchen Preis gewinnt, wird erst am 7. Juni verraten. Bei einer Feierstunde in der Aussichtsetage im 22. Stock des Essener Rathauses werden Stifter und Jury-Mitglieder dann die Preise offiziell überreichen. Das sind die fünf Preisträger (in alphabetischer Reihenfolge):

Wolfgang Dewald vom Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ in Duisburg: An drei Vormittagen pro Woche ist Wolfgang Dewald eine Art ehrenamtlicher Lehrer. Dann bringt der 63-Jährige Flüchtlingskindern, die noch keinen Platz in der Schule haben, Grundkenntnisse der deutschen Sprache bei.

Essener Lesebündnis: Seit elf Jahren bemüht sich der Verein mit seinen ehrenamtlichen Unterstützern darum, Kindern und Jugendlichen Spaß an Büchern und Freude am Lesen zu vermitteln. Dazu lesen die Paten regelmäßig in Kitas und Schulen vor.

Fitkids aus Wesel: Kinder drogensüchtiger Eltern stehen oft unter großem Druck. Nach außen bemühen sie sich, den Schein zu wahren, in der Familie selbst müssen sie oft Unterstützer ihrer Eltern sein. Eine unbeschwerte Kindheit bleibt ihnen meist versagt. Hier setzt das Projekt Fitkids der Drogenhilfe Wesel an. Fitkids sorgt dafür, dass sich diese Kinder bei gemeinsamen Aktivitäten regelmäßig treffen, dass sie Hilfe bekommen bei schulischen Problemen und dass sie nachhaltig gefördert werden.

Die Medienmonster aus Essen machen Kinder damit vertraut, kreativ und verantwortlich mit neuen Medien umzugehen. Foto: Socrates Tassos Medienmonster aus Essen: Viele Kinder und Jugendliche haben ein Handy, surfen im Internet, whatsapen. Über Sicherheit und Datenschutz machen sie sich oft aber keine Gedanken. Das wollen die Medienmonster ändern. Der Verein bietet in Ganztagsschulen im Essener Norden Projekte und AG’s zur Medienkompetenz an und fördert so den kreativen und sozialen Umgang mit neuen Medien.

Mentor - Die Leselernhelfer vom Niederrhein: Mehr als 230 Leselernhelfer sind am Niederrhein zwischen Dinslaken und Wesel, zwischen Schermbeck und Xanten im Einsatz, um bei Kindern die Freude am Lesen zu wecken. Einmal wöchentlich trifft sich ein Mentor mit „seinem“ Kind, um gemeinsam zu lesen und sich über Lieblingsbücher auszutauschen.

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