Nahverkehr

Neue Ticket-App „mobil.nrw“ erleichtert Reisen über Verbundsgrenzen

Bislang hatte jeder Nahverkehrsverbund seine eigene App. Nun soll es eine Anwendung für ganz NRW geben.

Bislang hatte jeder Nahverkehrsverbund seine eigene App. Nun soll es eine Anwendung für ganz NRW geben.

Foto: Knut Vahlensieck / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Die App „mobil.nrw“ soll in NRW den Weg durch den Tarifdschungel weisen. Nutzer können verbundübergreifend Tickets für den Nahverkehr kaufen.

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Mit einer Smartphone-App will die Landesregierung Hürden für Bus- und Bahnreisende in Nordrein-Westfalen abbauen. Das kostenlose Angebot „mobil.nrw“ für alle Nahverkehrstarife in Nordrhein-Westfalen soll Fahrgäste mit Tickets und Informationen aus einer Hand versorgen. Am Montag hat NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) die Anwendung zusammen mit Vertretern der DB Regio und dem Kompetenzcenter Marketing NRW am Hauptbahnhof Düsseldorf vorgestellt. Das Besondere an der App: Das Überqueren von Verbundgrenzen ist damit kein Problem mehr. Kunden können in ganz NRW planen und Fahrscheine für den Nahverkehr kaufen.

Bisher war es für ÖPNV-Nutzer problematisch, zwischen Verkehrsverbünden zu wechseln. Nicht immer war klar, welches Ticket für welche Strecke gilt. Die Anbieter nutzten verschiedene Apps, Tickets für ganz NRW konnten Kunden darüber jedoch nicht kaufen. „Mit der App schaffen wir jetzt den Generalschlüssel zum Nahverkehr für 18 Millionen NRW-Bürger“, sagt Berthold Huber, Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn. Neben Fahrkarten der DB können Kunden über die App Tickets des Aachener Verkehrsverbunds (AVV), des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) und des Westfalentarifs erwerben. Das Angebot soll Nutzern so die Orientierung im Tarifdschungel erleichtern.

Wüst hofft auf mehr Interesse am Nahverkehr

2,5 Millionen Menschen nutzen in NRW täglich öffentliche Nahverkehrsmittel. Verkehrsminister Wüst hofft, dass es durch die „mobil.nrw“-App noch mehr werden. Er lobt die einfache Handhabung der digitalen Anwendung und betont: „Je einfacher, desto mehr Nutzer bekommt man.“ Das Konzept, das in Deutschland bisher einzigartig ist, überzeuge auch, weil es „aus Kundensicht gedacht“ sei.

Die App zeigt Nutzern nicht nur Strecken und Tickets an, sondern informiert zudem in Echtzeit über Störungen und Verspätungen. Neu ist im Vergleich zum DB-Navigator die Möglichkeit, über Paypal zu bezahlen. Und die Macher wollen die Anwendung um weitere Funktionen ergänzen: Nutzer sollen schon bald auch Sharing-Angebote oder Taxis in dem Angebot finden. Nur Fernverbindungen suchen Kunden vergeblich.

ProBahn: Auch am Automaten sollten alle Tickets verfügbar sein

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt das Konzept. Von einem Verkehrsverbund in den anderen zu fahren, bereite Kunden noch immer Schwierigkeiten. Verbandssprecher Lothar Ebbers wünscht sich jedoch, dass die Tickets nicht nur digital, sondern auch an Fahrkartenautomaten verfügbar sind.

Die „mobil-nrw“-App ist für IOS und Android verfügbar und kann im Appstore oder Google Playstore heruntergeladen werden.

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