Handel

150 Millionen Euro von der Belegschaft für Karstadt

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Essen. Karstadt-Beschäftigte verzichten auf Zulagen. Einschnitte auf Niveau des "Zukunftspakts". Am Montag beginnen Arcandor-Insolvenzversammlungen. Laut Sanierungskonzept sind nun zwei Häuser weniger als bislang von einer Schließung bedroht. Von 126 Häusern sollen "109 plus x" erhalten bleiben.

Kurz vor Beginn der Arcandor-Insolvenzversammlungen am Montag hat die Gewerkschaft Verdi einem Beitrag der Karstadt-Belegschaft zur Sanierung der Warenhauskette zugestimmt. Wie Verdi und die Insolvenzverwaltung am Samstag mitteilten, beteiligen sich die 28 000 Beschäftigten in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 150 Millionen Euro an der Rettung ihres Unternehmens. Dies sehe ein Eckpunktepapier vor, über das heute die Große Tarifkommission der Gewerkschaft berät. Eine Zustimmung gilt als sicher. Laut Verdi ist geplant, dass die Mitarbeiter rückwirkend zum 1. September drei Jahre lang auf Urlaubsgeld, 75 Prozent des Weihnachtsgeldes und tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten. Mitarbeiter mit weniger als 18 000 Euro Jahresgehalt seien von den Regelungen ausgenommen.

„Die Einschnitte für die Beschäftigten entsprechen denen des Zukunftspaktes”, sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß der NRZ. Der vor zwei Jahren vereinbarte Sanierungstarifvertrag war mit Anmeldung der Insolvenz am 1. September hinfällig geworden. Während der Zukunftspakt als Pluspunkt für die Beschäftigten noch „weitgehende Sicherungselemente”, - etwa mit Blick auf Arbeitsplatzgarantien - enthielt, seien diese laut Haß „unter den Bedingungen der Insolvenz so nicht zu erreichen gewesen”. Vereinbart wurde jedoch, dass die Beiträge der Belegschaft während der Insolvenz auf ein Treuhandkonto gezahlt werden – und dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. 17 der 126 Sport- und Warenhäuser stehen jedoch zunächst weiter auf dem Prüfstand, bestätigten Haß und der Sprecher des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz. Bislang war indes von 19 Häusern die Rede gewesen. „Ich gehe davon aus, dass die tatsächliche Zahl der zu schließenden Häuser weit unter 17 liegt”, gab sich Haß optimistisch.

„109 Häuser plus x”

Auch Schulz sprach von „109 Häusern plus x”, die erhalten werden sollten. Er bekräftigte: Auf der Karstadt-Insolvenzversammlung am Dienstag „werden wir den Gläubigern vorschlagen, Karstadt als Ganzes über ein Insolvenzplan-Verfahren zu sanieren”. NRZ

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