Brötchen-Streit

Bäcker und Aldi Süd legen Brötchen-Streit bei

Frisch gebacken oder erwärmt? Das Deutsche Bäckerhandwerk hatte gegen eine Aldi-Werbung geklagt, in den Filialen werde frisch gebacken.

Frisch gebacken oder erwärmt? Das Deutsche Bäckerhandwerk hatte gegen eine Aldi-Werbung geklagt, in den Filialen werde frisch gebacken.

Foto: Archiv/dpa

Duisburg.  Wird in den Aldi-Süd-Backöfen gebacken oder nicht? Zumindest juristisch bleibt diese Frage wohl ungeklärt. Auch in Backstuben wird kaum noch gebacken.

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Der Brötchen-Streit zwischen den deutschen Bäckern und dem Discounter Aldi Süd vor dem Duisburger Landgericht ist beigelegt. Beide Parteien hätten die Sache schriftlich für erledigt erklärt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. In dem wettbewerbsrechtlichen Streit war es vor allem um die Frage gegangen "Was ist Backen?".

Die Klage des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks hatte sich gegen eine Aldi-Werbung gerichtet, in den Filialen werde frisch gebacken. Damit pries der Discounter seine Brötchen und Brote an, die im Markt auf Knopfdruck aus einem Apparat mit der Aufschrift "Backofen" in ein Fach fallen. Nach Ansicht der Bäcker waren Verbraucher in die Irre geführt worden.

"Wir haben wichtigere Dinge zu tun"

"Wir haben wichtigere Dinge zu tun, als diesen Rechtsstreit, der sich schon sehr lange hinzieht", sagte Rechtsanwalt Daniel Schneider, der am Montag zum neuen Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes gewählt wurde. "Wir haben Aufmerksamkeit bekommen und konnten unsere Position klar machen." Mit dem Vergleich hätten die Parteien nur ausgemacht, dass jeder seine Kosten selbst trage.

Aldi Süd teilte mit, das Unternehmen könne auch weiterhin mit der Aussage "(.) backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie" werben. Zu den Gründen der Einigung würden keine Angaben gemacht.

Bei einer öffentlichen Verhandlung vor dem Landgericht hatte Anfang Juli ein Experte rund zwei Stunden über Brot und Brötchen gesprochen. Ob allerdings in den Aldi-Automaten gebacken wird oder nicht, darauf hatte es keine klare Antwort gegeben.

Das Handwerk nach "alter Väter Sitte", nämlich Kneten, Gären und Backen direkt hintereinander, finde auch in den Stuben der Bäcker ohnehin kaum noch statt, hieß es. Es sei in den meisten der 15.000 Bäckereien im Land üblich, die Teiglinge erst nur zum Teil und dann kurz vor dem Verkauf fertig zu backen. (dpa)

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