Zugangsbeschränkung

2G-Regel im Handel: Warnung vor langen Warteschlangen

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Wirtschaft fürchtet Lieferengpässe vor Weihnachten

Wirtschaft fürchtet Lieferengpässe vor Weihnachten

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie ein zunehmender Mangel an Lkw-Fahrern könnte das Weihnachtsgeschäft belasten. Unternehmen wie Ikea versuchen mit ungewöhnlichen Lösungen Abhilfe zu schaffen.

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Berlin.  Handelsverband lehnt Zugangsbeschränkungen in Supermärkten nur für Geimpfte und Genesene ab. Warum dies für alle Nachteile brächte.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt bundesweite Zugangsbeschränkungen für Geschäfte ab. Gerade in Läden mit hohen Kundenzahlen wie dem Lebensmittelhandel, bei Möbel- oder Bekleidungsgeschäften mache eine 3G- oder 2G-Regelung keinen Sinn.

„Die Kontrolle der und der Tests würde bei diesen Branchen zu langen Schlangen vor den Geschäften führen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des HDE, Stefan Genth, dieser Redaktion. Langes Warten sei auch aus Pandemie-Gründen unbedingt zu vermeiden.

„Die Anwendung von 2G oder 3G sollte jedem Händler selbst überlassen werden.“ In Hessen dürfen Händler jetzt auf freiwilliger Basis entscheiden, ob sie in ihre Läden nur Geimpfte oder Genesene (G2) einlassen. Im Gegenzug fällt in diesen Läden die Maskenpflicht weg. Bislang darf in allen Geschäften jeder mit Maske und Abstand einkaufen.

Ohne Maske, aber mit Impfpass: Handel fürchtet Umsatzrückgang

Der HDE-Chef fürchtet zudem Umsatzeinbußen durch diese Beschränkungen. Viele Kundinnen und Kunden würden den Einkauf in den Geschäften angesichts des damit verbundenen Aufwands meiden. „In der Folge käme es zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage für viele Handelsunternehmen“, sagt Genth. Die Beschränkungen seien zudem nicht notwendig, da die Hygienekonzepte in den Läden funktionierten.

Eine Pflicht für Mitarbeiter nur geimpft, genesen oder getestet am Arbeitsplatz zu erscheinen, wie dies in Italien gilt, dürfe nicht dazu führen, dass die Arbeitgeber auf den Kosten für Tests sitzen bleiben. In Deutschland wäre es zunächst wichtig, dass die Betriebe ihre Beschäftigten nach ihrer Corona-Impfung fragen dürfen. Dies sei derzeit nicht erlaubt.

Für Unternehmen wäre es wichtig zu wissen, „wer gegen Corona geschützt ist und wer nicht. Denn in der Folge ließe sich die Pandemiebekämpfung weiter verbessern, indem beispielsweise ungeimpftes Personal hauptsächlich dort eingesetzt wird, wo weniger Kundenkontakte erfolgen“, so Genth. „Bevor wir über 3G am Arbeitsplatz diskutieren, muss erst einmal diese Baustelle angegangen werden.“ (bk)

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