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Corona-Hotspot Westbalkan: Kroatien sorgt sich um Tourismus

Urlaub in Zeiten von Corona: Das müssen Sie wissen

Das Coronavirus hat die Urlaubsplanung vieler Menschen komplett umgeworfen. Doch es gibt Hoffnung für den spontanen Sommerurlaub: Immer mehr Lockerungen treten in Kraft.

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Berlin.  Mit Hoffnung startet Kroatien trotz Corona-Pandemie in die Urlaubssaison. Doch wird der Corona-Ausbruch im Westbalkan zum Problem?

Sommerurlaub in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist eine neue Erfahrung: Abstandsregelungen, Maskenpflicht und Hygienevorschriften sind auch während der Auszeit omnipräsent. Für Kroatien-Reisende gab es in den vergangenen Wochen Hoffnung auf ein Stück Normalität. Nun bangt das Land am Mittelmeer in Anbetracht steigender Fallzahlen in den Nachbarländern allerdings um seine Touristen.

Besonders problematisch ist die Lage in den Ländern des Westbalkans, wo die Infektionszahlen derzeit steigen. Dazu zählen Bosnien-Herzegowina, den Kosovo, Albanien, Serbien, Nordmazedonien und Montenegro. Seitens des Auswärtigen Amtes besteht nach wie vor eine Reisewarnung für die Region. Nun ziehen andere Länder nach.

Coronavirus im Westbalkan: Neuer europäischer Hotspot?

Das österreichische Außenministerium hat Anfang Juli erneut eine Reisewarnung für die sechs Länder im Westbalkan verhängt. Laut Außenminister Alexander Schallenberg gibt es in Österreich einige Corona-Fälle, die auf Rückkehrende vom Westbalkan zurückzuführen seien.

Wie der ORF berichtet, habe man auch in Kroatien vermehrt Neuinfektionen durch Einreisende aus den sechs Ländern verzeichnet.

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Besonders in Serbien spitzt sich die Lage dramatisch zu: Bislang wurden aus dem Land mehr als 17.000 Infektionen gemeldet (Stand: 9. Juli 2020). Zu Beginn der Pandemie galt in dem Land ein strenger Lockdown, der Anfang Mai beendet wurde. Seitdem steigt die Zahl der Neuansteckungen.

Neue Einschränkungen im Alltag wollen viele Bürger aber nicht hinnehmen: In der Hauptstadt Belgrad gingen Tausende gegen die Corona-Politik des Präsidenten Aleksandar Vucic auf die Straße. Dabei kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und einzelnen Demonstrierenden.

Corona in Kroatien: Das sind die aktuellen Zahlen

Anders als in weiteren beliebten Urlaubsländern wie Spanien oder Italien galt die Corona-Pandemie in Kroatien zunächst schnell als unter Kontrolle gebracht. Seit Ende Juni steigen die Infektionszahlen wieder an. Unter anderem gab es ein größeres Infektionsereignis in einem Kloster in Đakovo, wo an einem Tag 36 neue Corona-Fälle verzeichnet wurden. Insgesamt gab es in Kroatien bislang mehr als 3.300 Infektionen und 114 Todesfälle (Stand: 9. Juli 2020, 12 Uhr).

Die meisten Neuinfektionen konzentrierten sich allerdings auf Slawonien und Zagreb. Urlaubsregionen wie Istrien und die dalmatinische Küste sind nach wie vor weniger vom Virus betroffen.

Kroatien hofft trotz Corona auf Urlauber

Das Land wirbt weiterhin um Urlauber: „Bei uns ist es sicher, wir arbeiten professionell, wir halten uns an die behördlichen Empfehlungen“, betonte Nedo Pinezic, Koordinator des Wirtschaftsverbands Glas Poduzetnika (Stimme der Unternehmer), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

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Besonders sicher sei die Anreise im eigenen Auto. Zudem handele es sich bei Aufenthalte in Privatunterkünften, kleinen Hotels und auf Campingplätzen zu den typischen Urlaubsformen in dem Adria-Land, wo sich Kontakte zu anderen Personen auf ein Mindestmaß reduzieren ließen, wie Pinezic hinzufügte. „Es gibt genügend Platz für Privatheit.“ Lesen Sie hier: Kroatien-Urlaub ist trotz steigender Corona-Fälle möglich

Kroatien ist mit seinen malerischen Küsten und zahlreichen Inseln ein beliebtes Urlaubsland. Das schlägt sich auch in der Wirtschaft nieder: Üblicherweise ist der Tourismus für bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.

(raer/mit dpa)

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