Deutsche Autokonzerne sind Vorreiter beim autonomen Fahren

Fahrt in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird.

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Fahrt in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird. Foto: dpa

Berlin.   Bislang muss in selbstfahrenden Autos immer noch ein Fahrer sitzen. Doch damit ist im US-amerikanischen Kalifornien bald Schluss.

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Aus einer Vision wird Alltag. Bislang muss in selbstfahrenden Autos immer noch ein Fahrer sitzen. Doch damit ist im US-amerikanischen Kalifornien bald Schluss. Von April an dürfen dort Wagen ohne Lenkrad und Pedale über den Asphalt rollen. Dies hat die Verkehrsbehörde des Bundesstaates beschlossen. Künftig muss dann kein Mensch mehr für den Notfall als Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.

Für die Trendsetter der Zukunftstechnologie wie die Google-Schwester Waymo ist diese Neuerung ein Riesenschritt. Testen sie doch längst die Technologie führerloser Robotertaxis. Auch General Motors will 2019 erste autonome Servicedienste an den Start bringen. Die neuen Lizenzen sind dabei Voraussetzung für die Praxis. Allerdings müssen die Firmen beweisen, dass ihre Autos alle Sicherheitsstandards erfüllen – also nicht nur unfallfrei fahren, sondern dass sie auch gegen Cyberattacken gewappnet sind.

Gilt Waymo bislang als Vorreiter der neuen Technologie, so mischen auch die Deutschen längst mit. Daimler und Bosch wollen ihre ersten Robotertaxis möglichst noch vor Waymo auf die Straße bringen. VW und BMW planen erste selbstfahrende Fahrzeuge bis 2021. Und nicht nur das: Bei der Patentierung der neuen Technik haben die deutschen Hersteller sogar die Nase vorne – nicht nur in der Heimat, sondern auch weltweit.

Die deutschen Autobauer verfügen in Deutschland über die meisten Patente für autonomes Fahren – weit vor den japanischen und US-Konkurrenten. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) hervor, die dieser Redaktion vorliegt. Allein 2017 wurden 325 Patente für fahrerloses Fahren an Unternehmen aus Deutschland erteilt, 259 an Hersteller aus Japan, 112 aus den USA sowie 41 aus Frankreich. Insgesamt verfügen die deutschen Hersteller damit laut Patentamt nunmehr über 2006 der insgesamt 4810 Patente für autonomes Fahren in Deutschland.

Mit einem Anteil von 42 Prozent setzen sich die Deutschen damit an die Spitze der Patentinhaber in dem Bereich – weit vor den japanischen Autoherstellern mit 28 Prozent und den USA mit elf Prozent. Die meisten Patente hält aktuell Audi, gefolgt von Toyota und Volkswagen.

„Die gestiegene Zahl an Anmeldungen im vergangenen Jahr ist für uns ein klarer Beleg für die massiven Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von Herstellern und Zulieferern in digital vernetzte Mobilität“, wertet die Präsidentin des Patentamtes, Cornelia Rudloff-Schäffer, die Entwicklung.

Auch weltweit spielen die Deutschen eine wichtige Rolle: Nach einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) entfallen sogar 52 Prozent aller weltweit angemeldeten rund 9000 Patente in dem Bereich auf deutsche Hersteller. Spitzenreiter sind demnach Bosch (958), gefolgt von Audi (516) und Continental (439).

Grundsätzlich sieht der Automobilexperte Stefan Bratzel die deutschen Hersteller technisch „auf Augenhöhe“ mit den US-Amerikanern. Dass die Technik aber noch nicht vollständig ausgereift sei, zeigten immer wieder Unfälle. Dennoch geht der Direktor des unabhängigen Center of Automotive Management davon aus, dass sich selbstfahrende Fahrzeuge auch in Deutschland durchsetzen werden. Voll automatisiertes Fahren werde in Deutschland zu Beginn der 2020er-Jahre starten, erwartet Bratzel.

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