Deutschland hat größten Niedriglohnsektor

Berlin.  Ob Minijobs, Teilzeit- und Leiharbeit oder Zeitverträge: 7,4 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland auf 450-Euro-Basis, für 4,7 Millionen von ihnen ist es die einzige Einkommensquelle. Die Zahl der atypisch Beschäftigten ist seit 1991 stark gewachsen. Das geht aus dem „Atlas der Arbeit“ hervor, den die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Montag vorgelegt haben.

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Ob Minijobs, Teilzeit- und Leiharbeit oder Zeitverträge: 7,4 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland auf 450-Euro-Basis, für 4,7 Millionen von ihnen ist es die einzige Einkommensquelle. Die Zahl der atypisch Beschäftigten ist seit 1991 stark gewachsen. Das geht aus dem „Atlas der Arbeit“ hervor, den die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Montag vorgelegt haben.

„Entgegen der ursprünglichen Idee haben sich Minijobs für die Beschäftigten nicht als Einstieg zu guter Arbeit erwiesen“, resümieren die Autoren. Deutschland habe den größten Niedriglohnsenktor Westeuropas, kritisiert der Bericht. 1,2 Millionen Beschäftigte bekämen zusätzlich Hartz IV. Wer neu eingestellt werde, bekomme in 44 Prozent der Fälle nur einen befristeten Vertrag – in der Hoffnung, eines Tages unbefristet eingestellt zu werden.

Technikgetrieben entstünden im Internet immer mehr sogenannte Crowdworking-Plattformen, also standortunabhängige Auftragsverteiler, die Arbeitnehmer vermitteln etwa an das Taxi-Unternehmen Uber und den Essenslieferdienst Foodora. Diese Unternehmen müssten ihre Arbeitgeberverantwortung wahrnehmen und etwa Sozialversicherungsbeiträge und Mindestlöhne zahlen, forderte Reiner Hoffmann, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, bei der Vorstellung des „Atlas der Arbeit“.

Dass die erwerbsfähige Bevölkerung abnehme, müsse dagegen niemandem Angst machen, heißt es in dem Bericht. Zumindest rechnerisch könne die Arbeitslosigkeit schon 2027 beseitigt sein. Weil auf lange Sicht mehr Arbeitskräfte gebraucht würden, müssten vor allem Einwanderer einspringen. Zudem erklären die Autoren, dass eine Knappheit an Arbeitskräften auch deutliche Lohnsteigerungen erlaubt.

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