Initiativpreis NRW

Duisburger Firma erhält Preis für Ofenfilter

Foto: WAZ FotoPool

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Duisburg. Der Duisburger Kaminbauer Hark hat mit einer innovativen Heiztechnik offenbar eine Antwort auf brennende Fragen gefunden: Ein neuartiger Keramikfilter soll sowohl die Umwelt als auch die Geldbeutel der Verbraucher schonen. Das Produkt überzeugte auch die Jury des Initiativpreises NRW.

Die kalte Zeit des Jahres hat Einzug gehalten, und mit den fallenden Außengraden kommt beim Kaminbauer Hark das Geschäft so richtig auf Temperatur. Bis zu 18.000 Kaminöfen stellt das Unternehmen vor der Saison in seinen Hallen in Duisburg-Rheinhausen auf Lager. „Jetzt gehen jede Woche 2000 Öfen raus”, sagt Gesamtvertriebsleiter Stefan Scholz.

Hark liefert seine Feuerstätten in alle Länder Europas und darüber hinaus. Sogar im eisigen Sibirien finden die Kaminöfen des deutschen Marktführers ihre Abnehmer. Mit der eigenen Entwicklung eines neuartigen Keramikfilters hat Hark die Grundlage für neue Geschäftserfolge gelegt – den „Initiativpreis NRW” der NRZ und der Düsseldorfer WGZ Bank hat er der Firma jetzt ebenfalls eingebracht.

NRZ und WGZ Bank würdigen mit dem 3. Platz des Initiativpreises die Leistungen Harks auf dem Feld des Umweltschutzes. „Für Hark hat Entwicklungsleiter Andreas Schreier mit seinem Team einen neuartigen Ofentyp entwickelt und so die Energieeffizienz maßgeblich gesteigert”, lobte Hans-Bernd Wolberg, als Vorstandsmitglied der WGZ Bank für das mittelständische Firmenkundengeschäft zuständig, jetzt bei der Preisverleihung in Düsseldorf.

40 Prozent geringerer Holzverbrauch

Der Hark'sche Schaumkeramikfilter steigert den Wirkungsgrad der Öfen auf knapp 90 Prozent, wie Gutachten des „Feuerstätten-TÜVs” RRF und des Fraunhofer Institutes Bauphysik bescheinigen. Das neue System kommt mit bis zu 40 Prozent weniger Holz aus als konventionelle Feuerstätten. Obendrein wirkt der Filter ähnlich wie ein Katalysator, indem er auch kleinste Aschepartikel auffängt, verbrennt und so den Feinstaubausstoß deutlich reduziert. „Auf diese Weise profitiert die Umwelt gleich mehrfach von der neuen Heiztechnik”, lobte WGZ-Vorstand Wolberg.

Der Schaumkeramikfilter, bei dessen Entstehen Hark mit Fraunhofer Instituten in Stuttgart und Dresden zusammenarbeitete, ist fast so etwas wie ein Baby für Entwicklungsleiter Schreier. Hatte seine Familie an der Erprobung bis zur Marktreife doch intensiven Anteil: In der „heißen Phase” der Forschung testete Schreier den Filter im Dauerbrandeinsatz im heimischen Kamin – und das teils im Hochsommer. Schreier: „Meine Frau hat es mit Fassung getragen, wenn es draußen mehr als 30 Grad waren und ihr drinnen der Ofen einheizte.”

Im März 2009 startete der Verkauf der Kaminöfen mit dem „ECOplus” getauften System. Abgesetzt sind bereits 10 000 Stück. In wenigen Wochen soll es auch Nachrüstsätze für ältere Modelle geben.

Der Klimaaspekt rückt in den Mittelpunkt

Mit dem steigenden Bewusstsein für nachwachsende Brennstoffe und den anziehenden Preisen für Öl und Gas nimmt auch die Nachfrage nach heimischen Feuerstellen als Energiequelle seit einigen Jahren kräftig zu. Ging es früher eher um die wohlige Atmosphäre, rückt zunehmend auch der Klimaaspekt in den Mittelpunkt. Denn beim Verbrennen von Holz wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Bäume beim Wachstum gespeichert haben. Hark kann nun zudem auf die deutliche Reduzierung mit gesundheitsgefährdenden Feinstäuben verweisen. „Wir haben das Feinstaubproblem gelöst”, so Vertriebsmann Scholz.

Der wachsende Verkaufserfolg des Unternehmens Hark, das mit der Übernahme von zwei Kachelfabriken in Deutschland und einem Marmorwerk in Spanien zum nach eigenen Angaben weltgrößten Kachelhersteller aufgestiegen ist, wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus: In den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter in der Produktion um etwa 450 auf mehr als 700. Die Vertriebsleute hinzugenommen hat das von Werner Hark vor fast 40 Jahren gegründete Unternehmen mittlerweile etwa 1000 Beschäftigte. „In den aktuell schwierigen Zeiten ist dies ein bemerkenswerter Arbeitsplatzaufbau”, lobte WGZ-Vorstand Wolberg.

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