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Elon Musk: Tesla will „Gigafactory“ bei Berlin bauen

Tesla will Fabrik im Großraum Berlin bauen

Firmenchef Elon Musk überraschte mit dieser Aussage in Berlin.

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Berlin.  Der amerikanische Elektroautobauer Tesla plant offenbar eine Fabrik in der Nähe von Berlin. Wirtschaftsminister Altmaier freut das.

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) freut sich über die Entscheidung des amerikanischen Autobauers Tesla, eine moderne Fabrik für Elektroautos in der Nähe von Berlin zu bauen: Die Entscheidung sei „ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland“, sagte Altmaier. „Es ist zugleich auch ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz.“

Tela-Chef Elon Musk hatte überraschend angekündigt, im Umland von Berlin eine Fabrik bauen zu wollen. Dort soll die Baureihe des kompakten Geländewagens Model Y entstehen. Auch Batterien und Antriebe will Tesla in der Nähe der Hauptstadt fertigen lassen.

Bei der Verleihung des Preises „Goldenes Lenkrad“ von „Auto Bild“ und „Bild am Sonntag“ hatte Musk verraten, das Werk solle in der Nähe des geplanten Hauptstadtflughafens BER entstehen. Tesla werde auch ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin ansiedeln, sagte Musk. „Deutschland baut großartige Autos.“ Das sei einer der Gründe für die Standort-Entscheidung gewesen.

Elon Musk kündigt eine eigene Fabrik im Umland von Berlin an

Wie die „Welt“ berichtete, war Musk überraschend zu der Verleihung des Preises gekommen. Tesla hatte schon seit längerem nach einem Standort für eine „Gigafactory“ für die Herstellung von Batterien und Fahrzeugen in Europa gesucht. Zuletzt hatte das Unternehmen lediglich erklärt, man sei auf der Zielgeraden und wolle den Standort bis Jahresende bekanntgeben.

Auf Twitter kündigte Elon Musk das Vorhaben mit deutschlandfarbenen Herzchen an.

Fabrik soll ab Ende 2021 Model Y produzieren

Die Fabrik in Deutschland soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Dass Berlin und das Bundesland Brandenburg eine Chance für den Zuschlag haben würden, hatten auch Experten nicht erwartet. Im Gespräch waren eher andere Bundesländer, unter anderem das Saarland und Niedersachsen.

Das Model Y, das auf dem Tesla-Hoffnungsträger Model 3 basiert, könnte nach Einschätzung von Experten zum meistverkauften Fahrzeug der Firma werden. Mit dem Model 3, das in Deutschland aktuell ab einem Preis von gut 44.000 Euro zu haben ist, will Tesla sich einen breiteren Markt erschließen.

Die erste Gigafactory, die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Erst vor kurzem wurde in weniger als sechs Monaten eine Fabrik in China fertiggebaut. Dort sollen bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden, zunächst das Model 3, dann auch das Model Y.

Zweifel an staatlicher Förderung der Batterieproduktion

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte, die Bundesregierung solle nun ihre geplante Förderung von Batterieproduktion überdenken. Man müsse überlegen, welchen Sinn eine Milliarde Euro noch habe, die Wirtschaftsminister Altmaier in eine deutsche Lithium-Ionen-Fabrikation stecken wolle. Auch die geplante Batterieforschungsfabrik in Nordrhein-Westfalen mit 200 Millionen Euro Förderung sei zu hinterfragen, sagte Dudenhöffer.

Tesla ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität, kämpfte aber angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit massiven Geldproblemen.

Autobauer Tesla will sein Model 3 auf in Europa in den Handel bringen. Erst vor kurzem hatte die Bundesregierung angekündigt, dass die Kaufprämie für E-Autos hierzulande steigen soll.

(dpa/les/phn)

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