Warenhäuser

Kaufhof und Karstadt Sports – Streiks treffen viele Filialen

In zahlreichen Filialen von Kaufhof in NRW gab es Streiks.

In zahlreichen Filialen von Kaufhof in NRW gab es Streiks.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Essen.  Bei Kaufhof und Karstadt Sports macht Verdi mitten im Weihnachtsgeschäft durch Streiks Druck – auch in vielen Städten im Ruhrgebiet.

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Mitten im Weihnachtsgeschäft haben Beschäftigte von Kaufhof und Karstadt Sports ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi rief am Donnerstag unter anderem die Beschäftigten von 68 Kaufhof-Filialen in Deutschland zum Streik auf. Auch in 16 Filialen von Karstadt Sports sowie in acht Filialen von Karstadt Feinkost sollte gestreikt werden. Thomas Wanke, der Vertriebschef des Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof, betonte, alle Häuser hätten trotz des Streiks geöffnet. „Es ist bedauerlich, wenn stellenweise ein anderer Eindruck vermittelt wird“, fügte er hinzu. „Wir freuen uns auf unsere Kundinnen und Kunden.“

Mit den Streiks machte die Gewerkschaft in den bereits seit Monaten laufenden Tarifverhandlungen mit der Konzernleitung Druck. Verdi fordert eine verbindliche Rückkehr in die Flächentarifverträge und Sicherheit für die Arbeitsplätze. „Die Beschäftigten bei Kaufhof, aber auch Karstadt, sind sauer“, berichtete Verdi-Verhandlungsleiter Orhan Akman.

Laut Verdi Streik in 24 Kaufhof-Filialen in NRW

Gespräche der Tarifparteien waren für Donnerstag und Freitag (12. Dezember/13. Dezember) geplant. Ohne eine Einigung könnte der Sanierungstarifvertrag von Karstadt auf das gesamte Unternehmen angewendet werden, was zu Einbußen für die Kaufhof-Mitarbeiter führen könnte, erklärten Arbeitnehmervertreter. Seit rund einem Jahr ist Kaufhof Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit Karstadt. Eigner ist die österreichische Signa-Gruppe des Investors René Benko.

Allein in Nordrhein-Westfalen waren Verdi-Angaben zufolge Beschäftigte von 24 Kaufhof- und vier Karstadt Sports-Filialen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Streikversammlungen sollten in Köln, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Münster, Bonn, Aachen und Paderborn stattfinden. „Die Beschäftigten von Kaufhof und Karstadt Sports sind mit ihrer Geduld am Ende“, sagte Verdi-Handelsexpertin Silke Zimmer. „Einschnitte bei den monatlichen Entgelten lehnen die Beschäftigten entschieden ab.“ Außerdem forderte sie mehr Investitionen in die Warenhäuser.

In NRW sollten nach Angaben von Verdi auch Beschäftigte aus Filialen von Smyths Toys und Douglas an dem Streik teilnehmen. Bei diesen Unternehmen fordert die Gewerkschaft die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW.

Gewerkschaft befürchtet Gehaltseinbußen für Kaufhof-Mitarbeiter

Sollte es bei den Verhandlungen für Kaufhof zu keiner Einigung kommen, drohe den Beschäftigten von Galeria Kaufhof „ein Eingriff in ihr monatliches Einkommen von knapp elf Prozent“, erklärte die Berliner Gewerkschaftssekretärin Petra Ringer. Die Gehälter der Karstadt Sports-Beschäftigten liegen derzeit sogar bei rund 15 Prozent unter dem Flächentarifvertrag. Das Unternehmen sei im Jahr 2013 aus der Tarifbindung ausgestiegen.

Der baden-württembergische Verdi-Landesbezirksleiter Martin Groß deutete mögliche weitere Proteste an. „Das Weihnachtsgeschäft ist noch nicht zu Ende – und die Streikbereitschaft der Beschäftigten dauert an“, sagte sie. Den Beschäftigten rief er zu: „Ihr müsst auch zukünftig eure Miete und die steigenden Lebenshaltungskosten bezahlen können. Die heutigen Streiks sind ein Signal an die Unternehmensleitungen, das sie ernst nehmen sollten.“

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