Millionenprojekt

„Klinikum Hochsauerland ist sehr solide aufgestellt“

Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Hochsauerland, im Gespräch.

Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Hochsauerland, im Gespräch.

Foto: privat

Arnsberg.  Das Klinikum Hochsauerland realisiert das 88-Millionen-Projekt in Hüsten aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke.

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Das Klinikum Hochsauerland steht vor der größten Investition seiner Geschichte. Am Standort Karolinenhospital Hüsten wird für 88 Millionen Euro - davon 62,5 Millionen Euro reine Baukosten - ein Notfall- und Intensivmedizinzentrum realisiert. 2023 geht das Zentrum in Betrieb. Unsere Zeitung hatte zu dem Thema gestern in einigen Ausgaben durch einen Redigierfehler einen falschen Zusammenhang zur finanziellen Lage der HSK-Krankenhäuser (Verwechslung Arnsberg/Brilon) hergestellt. Um dies zu berichtigen, sprachen wir mit Geschäftsführer Werner Kemper über die Pläne.

88-Millionen-Projekt des Klinikums Hochsauerland
88-Millionen-Projekt des Klinikums Hochsauerland

Was bringt das Projekt für die Patienten der Region?

Bisher ist die Notfallversorgung des Klinikums in Arnsberg über drei Standorte verteilt. Im neuen Notfall- und Intensivzentrum werden künftig sämtliche 13 notfallversorgende Fachabteilungen und Einrichtungen der drei Arnsberger Krankenhäuser des Klinikums entsprechend den Strukturvorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses zur umfassenden Notfallversorgung an einem Standort zusammengefasst. Es entsteht eine komplett neue Notfall- und Intensivversorgung mit großer zentraler Notaufnahme, Hubschrauberlandeplatz, allen Eingriffsmöglichkeiten dank großem OP-Trakt mit neun Sälen sowie einer großen Intensivstation mit 50 Betten. Für die Patienten bedeutet dies eine qualitative Verbesserung der Versorgung dank vergrößerter Versorgungstiefe, aber auch eine logistische Vereinfachung. Künftig gibt es nur noch eine Anlaufstelle für alle Notfälle. Alle Expertenteams stehen dann an einem Standort zur Verfügung.

Wie kann das Klinikum das Vorhaben stemmen?

Durch die Fusion haben wir bereits Schritt für Schritt eine Vielzahl strukturverändernder und strukturstärkender Maßnahmen umgesetzt und dabei stets die Kosten- und Erlössituation sorgsam in Blick behalten. Das Klinikum Hochsauerland ist wirtschaftlich sehr solide aufgestellt und hat in den vergangenen Jahren durchweg positive Ergebnisse erzielt. Auch hat das Klinikum Hochsauerland in den vergangenen Jahren, im Vergleich zu anderen Häusern im Umfeld, keinerlei Unterstützung aus kommunalen Mitteln erhalten. Aber trotz alledem wäre für die Klinikum Hochsauerland GmbH ein Projekt in dieser Größenordnung ohne die nun zugesagte 28,2-Millionen-Euro-Förderung des Landes nicht darstellbar gewesen.

Was bedeutet die Investition für die Zukunftsfähigkeit?

Wir werden mit diesem Vorhaben die Notfallversorgung für 262.000 Menschen in der Region im sogenannten Versorgungsgebiet 15 auf modernstem Niveau sicherstellen. In Zeiten, in denen Krankenhäuser im ländlichen Raum eher durch Insolvenzen oder Schließungen von sich reden machen, ist dieses Vorhaben schon eine Besonderheit.

Was passiert im Rahmen der Maßnahme am Standort Meschede?

Auch der Standort St. Walburga Meschede soll ausgebaut werden. Hier soll es wie bisher eine „erweiterte Notfallversorgung“ mit acht medizinischen Fachabteilungen geben. Zudem werden wir in Meschede in die Modernisierung der Intensivstation, eine onkologische Ambulanz, den Ausbau der Palliativstation sowie Parkmöglichkeiten investieren. hase

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