Pilotprojekt

Management-Akademie für südwestfälische Wirtschaft gestartet

Mit 15 Führungskräften aus sieben Unternehmen startete im November die einjährige Fortbildung an der Management-Akademie in Hagen. Foto: Ralf Rottmann/ Funke Foto Services

Mit 15 Führungskräften aus sieben Unternehmen startete im November die einjährige Fortbildung an der Management-Akademie in Hagen. Foto: Ralf Rottmann/ Funke Foto Services

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Hagen.  Namhafte Unternehmen aus Südwestfalen und die Fernuniversität Hagen schmieden gemeinsam die „Management-Akademie“ für Führungs- und Fachkräfte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Thema Fachkräftemangel trifft Südwestfalen früher als andere Regionen in Nordrhein-Westfalen. So viel steht heute bereits fest. Demografischer Wandel ist das eine. Digitalisierung und internationaler Wettbewerb sind weitere Herausforderungen, die insbesondere den starken Mittelstand in einer der führenden Industrieregionen Deutschlands beschäftigen (müssen). Das Pilotprojekt „Management-Akademie“ soll eine passgenaue Antwort von Wissenschaft und Wirtschaft sein.

Universitärer Anspruch

Das Personalentwicklungsprogramm für Führungsnachwuchs hat im November an der Fernuniversität Hagen begonnen und orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Unternehmen der Region. „Wir wollen damit die Wettbewerbsfähigkeit in Südwestfalen stärken“, sagt Hans-Toni Junius, als Geschäftsführender Gesellschafter des Kaltwalzunternehmens C.D. Wälzholz ein Motor des Projektes.

Die Idee: Das erstklassige Know-how an den Hochschulen vor Ort nutzen – in der Akademie lehren Professoren der Fernuniversität Hagen, aber auch der Technischen Universität Dortmund und der Fachhochschule Südwestfalen. Letztere pflegt beinahe schon traditionell einen engen Austausch mit südwestfälischen Unternehmen. „Der Anspruch ist universitär“, ordnet Thomas Höll, Personalchef bei C.D. Wälzholz aus Hagen die Anforderungen an die Teilnehmer ein.

Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote gibt es natürlich mittlerweile wie Sand am Meer. Allerdings bietet die Akademie, selbst im Gegensatz zu renommiertesten Instituten, etwas ganz Besonderes. Hier wird kein Standardprogramm geboten: die Inhalte werden in Anlehnung an die spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen entwickelt, die die Teilnehmer zur Akademie schicken. „Exzellente Forschung und Anregungen aus der Unternehmenspraxis schließen sich nicht aus“, sagt Ada Pellert, Rektorin der Fernuniversität Hagen mit Blick auf die Akademie, die sie als gemeinsames Experimentierfeld sieht.

Die Hagener Hochschule hat für diesen Zweck vor kurzem eine eigene Gesellschaft gegründet, die FernUni-Weiterbildung GmbH, für die eben auch Professoren der Fachhochschule Südwestfalen und der TU Dortmund als Dozenten gewonnen wurden.

Das Programm besteht aus fünf Modulen, die sich über ein Jahr verteilen und, typisch FernUni, setzen sich aus Präsenzphasen und E-Learning-Angeboten zusammen.

Das Lehrangebot der Dozenten ist einerseits breit angelegt, reicht von Personalmanagement, Internationalisierungsstrategien, Methoden zur Selbststeuerung (Persönlichkeitsentwicklung) bis hin zu New Work, also der Frage, wie Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert und wie sehr der Mensch (und also auch die Führungskräfte) zukünftig in Arbeitsprozessen überhaupt noch gebraucht werden. Andererseits gibt es eben keinen starren Lehrplan. „Es ist ein Umfeld, in dem wir gemeinsam etwas ausprobieren“, beschreibt es Uni-Rektorin Pellert.

Führungskräfte-Netzwerk

Der Impuls für das Akademie-Projekt ging von der Wirtschaft aus. Neben einem hochwertigen Bildungsangebot zielt es auf einen weiteren Effekt ab: „Es gibt einen Mehrwert durch das Netzwerk zu befreundeten Unternehmen“, erklärt Personalchef Höll. In einer globalisierten Wirtschaftswelt voneinander profitieren, um als kleineres oder mittelgroßes Unternehmen vom Standort Südwestfalen aus auch in Zukunft weltweit erfolgreich sein zu können, das ist die Hoffnung.

Die Ressourcen der Hochschulen vor der Haustür zu nutzen, akademische und unternehmerische Welt optimal zu vernetzen, stärke auch die Region, lautet die Überzeugung von Rektorin Ada Pellert und Unternehmer Hans-Toni Junius. „Staaten wie China haben längst verstanden, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist“, weiß Junius nicht zuletzt wegen des eigenen Standortes in Asien sehr genau.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben