Industrie

Maschinenbauer MAN setzt in Oberhausen auf 3D-Druck

Uwe Lauber, Vorstandschef von MAN Diesel & Turbo, verfolgt große Pläne für den Standort Oberhausen.

Foto: Kai Kitschenberg

Uwe Lauber, Vorstandschef von MAN Diesel & Turbo, verfolgt große Pläne für den Standort Oberhausen. Foto: Kai Kitschenberg

Oberhausen.  Der Maschinenbauer MAN eröffnet in Oberhausen ein Expertenzentrum für den 3D-Druck. Auch Voestalpine, Daimler und Airbus haben Pläne.

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Der Maschinenbauer MAN eröffnet im Ruhrgebiet ein Expertenzentrum für den 3D-Druck. In Oberhausen sollen Designer, Werkstoffingenieure und Fertigungstechniker die Vorteile der neuen Technologie ausloten. MAN investiere dafür aktuell rund 2,6 Millionen Euro. „Das beinhaltet auch den Aufbau einer 3D-Fertigung am Standort Oberhausen“, sagt Standort-Chef Christopher Antes.

Ab sofort will die MAN-Sparte Diesel & Turbo Gasturbinen für die Energieindustrie mit Komponenten aus einem 3D-Drucker ausstatten. Ziele seien kürzere Entwicklungs-, Fertigungs- und Lieferzeiten. „Als weltweit erster Hersteller setzten wir komplexe Komponenten aus dem metallischen 3D-Druck nicht nur in Probeläufen, sondern ab sofort in Serienfertigung ein“, erklärt Uwe Lauber, der Vorstandschef von MAN Diesel & Turbo.

„Stärkung des Standorts Oberhausen“

Der Konzern beschäftigt in Oberhausen rund 2000 Menschen und ist damit größter industrieller Arbeitgeber in der Stadt. Weltweit zählt das Unternehmen mit Sitz in Augsburg 14 900 Beschäftigte an mehr als 100 Standorten. Zunächst werden sich nur einige wenige Mitarbeiter in Oberhausen mit dem 3D-Druck beschäftigten. MAN-Manager Antes betont aber: „Der 3D-Druck verschafft uns Vorteile im Wettbewerb und trägt so auch zur Stärkung des Standorts Oberhausen bei.“

Bislang bestanden die Teile, die künftig aus dem 3D-Drucker kommen sollen, aus geschmiedetem Stahl, aus dem die Kontur gefräst wurde, erläutert Roland Herzog, der im Konzern den Bereich Materialtechnologie leitet. So entstanden viele kleine Bauteile, die später in der Gasturbine zusammengebaut wurden. Mit dem 3D-Drucker können die Bauteile gewissermaßen aus einem Guss gefertigt werden. Der 3D-Drucker lässt jede Komponente Schicht für Schicht aus geschmolzenem Metallpulver entstehen.

Ziel ist die industrielle Serienfertigung

Kürzlich hatte der Stahlkonzern ­Voestalpine in Düsseldorf ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für den 3D-Druck von Metallteilen eröffnet. Insbesondere Auto- und Werkzeugbauer sowie Kunden aus der Luft- und Raumfahrtindustrie hat Voestalpine dabei im Blick.

Auch Airbus, Daimler und der Maschinenbauer EOS verfolgen Pläne in Sachen 3D-Druck. Die Airbus-Tochter Premium Aerotec will gemeinsam mit den beiden Unternehmen den 3D-Druck von Aluminium in die industrielle Großserien-Fertigung bringen. Im niedersächsischen Varel soll ein Entwicklungs- und Teststandort entstehen.

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