Ceconomy

MediaSaturn: Chefwechsel nach nur einem halben Jahr

Bei der Ceconomy kommt es erneut zum Chefwechsel. REUTERS/Wolfgang Rattay/File Photo

Bei der Ceconomy kommt es erneut zum Chefwechsel. REUTERS/Wolfgang Rattay/File Photo

Foto: WOLFGANG RATTAY / Reuters

Essen.  Die Ceconomy AG trrennt sich von Chef Jörn Werner. Bis zum Jahresende will sich die Mutter von Media Markt und Saturn eine neue Strategie geben.

Nach nur einem halben Jahr an der Spitze der Ceconomy AG verlässt Jörn Werner den Mutterkonzern der Elektronikketten Media Markt und Saturn. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.

In „gegenseitigem Einvernehmen“ habe man sich voneinander getrennt, heißt es in der Erklärung. Gleichzeitig beschloss das Kontrollgremium, den Aufsichtsrat Bernhard Düttmann für die Dauer von zwölf Monaten zum Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen. Düttmann wird zudem Arbeitsdirektor und verantwortet neben Personal die Strategie des Konzerns. Düttmann war bereits vor Werners Amtsantritt in den Vorstand eingezogen.

Neue Strategie bis Jahresende

Um Ceconomy aus der Krise zu führen, soll ein „Transformation Committee“ die Umsetzung einer neuen Strategie begleiten. Ihm gehören der Vorstand der Ceconomy und die Geschäftsführung von MediaSaturn an. Zum Jahreswechsel sollen erste Ergebnisse präsentiert werden, kündigte Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen an. Fitschen sagte, zwischen Werner und dem Aufsichtsrat habe es „mit Blick auf die Führung des Unternehmens (...) unterschiedliche Auffassungen“ gegeben, so dass „die Trennung ein konsequenter Schritt“ sei.

Insider berichten, dass hinter den Kulissen ein Machtkampf entbrannt gewesen sei. Dabei sei es um die Frage gegangen, inwieweit Werner als Chef der Muttergesellschaft Ceconomy in das operative Geschäft von Media Markt und Saturn eingreifen durfte. Dieses obliegt dem MediaSaturn-Geschäftsführer Ferran Reverter.

Nach den neuerlichen Turbulenzen im Konzern versuchte Aufsichtsratschef Fitschen am Abend, die Märkte zu beruhigen. „Nach Abschluss des letzten Geschäftsmonats im Geschäftsjahr 2018/19 gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass Ceconomy ihre Prognose nicht erreicht“, heißt es in der Erklärung.

Bürokratie- und Arbeitsplatzabbau

Nun soll also Düttmann dem Unternehmen die verordnete Neuausrichtung verpassen. Nach früheren Angaben gehört dazu eine Konzentration der Verwaltung, die auf drei Standorte verteilt ist, in Düsseldorf, aber auch ein Arbeitsplatzabbau. In den Filialen soll der Service gestärkt und das Onlinegeschäft ausgebaut werden. „Ich freue mich auf die Aufgabe und die Möglichkeiten, die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen weiter zu stärken und mit der Geschäftsführung der MediaMarktSaturn den Strategieprozess erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, sagte Düttmann.

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